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Knausern in der Krise: Weniger Reisen und Kultur

Hamburg Knausern in der Krise: Viele Menschen in Europa sparen sich einer Umfrage zufolge weite Urlaubsreisen und Besuche in Theater, Kino und Konzert.

«Urlaub gleich Reise. Diese Gleichung stimmt für die meisten Europäer nicht mehr».

So heißt es in einer Studie der BAT Stiftung für Zukunftsfragen. Nur ein Drittel der Bürger gab in den vergangenen zwölf Monaten Geld für eine mindestens fünftägige Reise aus. Zum Vergleich: 2004 waren es noch 41 Prozent. «Viele Bürger sind verunsichert und wissen einfach nicht, wie sich die Wirtschaftslage in Zukunft entwickelt», sagt der Tourismusexperte der Stiftung, Ulrich Reinhardt in Hamburg. «Als Folge verbrachten viele 'die schönsten Wochen des Jahres' zu Hause.»

Auch bei der Kultur machen die Europäer angesichts der ungewissen Aussichten Abstriche. So besuchte nur jeder Fünfte in den vergangenen zwölf Monaten ein Theater, jeder Siebte leistete sich einen Besuch in Konzert, Museum oder Freizeitpark. Weniger Geld steckten die meisten zudem in Kurztrips, Kinokarten und Sportveranstaltungen. Für die Freizeit zu Hause allerdings - also für DVDs, CDs, Zeitschriften und Bücher - wird in Krisenzeiten eher geprasst. «Der Bürger weiß nicht, wie viel Ausgabebereitschaft er sich noch leisten kann und wählt in Krisenzeiten eher kostengünstige Angebote für daheim aus», erklärte Reinhardt. Vergleichszahlen hat die Stiftung hier nicht.

Auf zwei weitere Dinge will die Mehrheit der Europäer nicht verzichten, selbst wenn das Geld knapper wird: Auf das Telefonieren mit dem Handy (53 Prozent) und das Essengehen (54 Prozent). Für die repräsentative Konsum-Studie wurden mehr als 12 000 Menschen in zehn europäischen Ländern nach ihren Ausgaben befragt - und zwar in Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Russland, Spanien und der Schweiz.

Wenn die Deutschen etwas können, dann ist es das Sparen. Im internationalen Vergleich seien sie sogar «überraschend sparsam», heißt es in der Studie - nur für Restaurantbesuche, Zeitschriften und ihr Handy gaben die meisten Bundesbürger Geld aus. «In Deutschland sind der Pessimismus und die Zukunftssorge besonders ausgeprägt. Wer viel hat, kann schließlich auch viel verlieren», betonte Reinhardt. «Die Skepsis geht dabei vor allem von den Jungsenioren und Ruheständlern aus, die ihr Geld lieber sparen als ausgeben.»

Während die meisten Menschen in Finnland und der Schweiz deutlich weniger auf ihre Ausgaben achten als im restlichen Europa und sich etwa mehr Restaurantbesuche und Tagesausflüge gönnen, schränken sich die Bewohner Polens, Russlands und Italiens überall ein. «Für keine der 20 aufgelisteten Unternehmungen gab die Mehrheit der Einwohner in den vergangenen zwölf Monaten Geld aus», heißt es in der Studie.

Trotz aller Krisenerfahrung seit der Ölkrise in den 1970er Jahren: «Die Angst vor Wohlstandsverlust und Zukunftsangst ist ausgeprägter als jemals zuvor», sagte Reinhardt. Damit der Lebensstandard zwischen den Nationen in Europa und innerhalb der einzelnen Länder nicht weiter auseinanderdriftet, sei ein Umdenken nötig: «Von besseren Rahmenbedingungen über langfristige Arbeitsplatzsicherheit und einer Informationspflicht bis hin zu mehr Eigeninitiative jedes Europäers. Dann kann die Krise auch zur Chance werden.» Von Julia Ranniko, dpa

dpa-infocom


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