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Mehr gefährliche Konsumgüter gemeldet

Brüssel Hocker brechen zusammen, Lampen geben Stromschläge und Spielzeug zerbricht.

Europas Verbraucherschützer finden immer mehr Risikowaren. Die meisten Gefahrengüter kommen aus China.

Hautreizende T-Shirts , Risiko-Spielzeug, Elektroartikel mit defekten Netzteilen: Verbraucherschützer ziehen in Europa immer häufiger gefährliche Konsumgüter aus dem Verkehr. 2244 unsichere Produkte meldeten Kontrolleure 2010, 13 Prozent mehr als im Jahr zuvor, sagte EU-Verbraucherschutzkommissar John Dalli am Donnerstag (12. Mai) in Brüssel bei der Vorstellung des Rapex-Reports. Deutschland war 2010 das Land mit den meisten Risikoprodukten.

Rapex ist ein EU-Warnsystem für gefährliche Konsumgüter. Lebensmittel und Arzneimittel gehören nicht dazu. Der Name steht für «Rapid Alert System for Dangerous Non-Food Consumer Products» (Schnelles Warnsystem für gefährliche Nicht-Lebensmittel Konsumprodukte).

Ein Grund für den Anstieg seien bessere Kontrollen. Am häufigsten schlugen die europäischen Prüfer bei Textilien Alarm, hier drohten oft Hautreizungen. Außerdem landeten auf der Liste Spielzeuge, an denen sich Kinder verschlucken könnten, sowie Elektroartikel von extrem schlechter Qualität - beispielsweise beheizbare Fußmatten oder elektrische Weihnachtskerzen.

Seitdem das EU-Warnsystem vor sieben Jahren startete, hat sich die Zahl der Gefahrenfälle mehr als vervierfacht. Deutschland war im vergangenen Jahr mit 204 Fällen das Land mit den meisten gemeldeten Risikoprodukten, gefolgt von Ungarn (189) und Bulgarien (186).

Als ein Beispiel für ein gefährliches Produkt präsentierten die EU-Verbraucherschützer ein Dreirad. Am Lenker hatte es riesige Bommel und auf dem Sitzbezug lachte eine Comicfigur - ein echter Hingucker. Trotzdem sollten die Kleinen einen großen Bogen um das farbenfrohe Gefährt machen. Denn das Anfänger-Rad «made in Taiwan» ist gefährlich: Seine Kette hat keinen Schutzkasten. Kinder können sich an den Beinen verletzen. Das Rad wurde europaweit aus dem Handel genommen.

Oft machen nur kleine Fehler ein Produkt zur tödlichen Gefahr: Eine bunte Stoffgiraffe einer holländischen Firma spielt auf Wunsch ein Einschlaflied. Doch ihr Knopf fällt leicht ab und kann dann von Kindern verschluckt werden. «Es sind häufig Planungsfehler und nicht Verarbeitungsfehler, die das Produkt unsicher machen», sagte Dalli.

Produziert wurde die Giraffe in China. Von dort kam im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte der erkannten Risikokonsumgüter. Chinas Qualitätssicherheitsminister Zhi Shuping sagte in Brüssel, sein Land habe die Sicherheit der Produkte in den vergangenen Jahren verbessert. Der Anteil der chinesischen Risikowaren in der EU-Warnliste sank im vergangenen Jahr denn auch leicht um zwei Punkte auf 58 Prozent. Das sei erfreulich, sagte der Minister. Er räumte allerdings ein: «Wir müssen noch etwas tun, die gemeldeten Fälle sind noch sehr hoch.»

Dalli lobte die verbesserte Kooperation zwischen der EU und China beim Thema Gefahrenprodukte. Auch das sei ein Grund dafür, dass mehr Fälle gemeldet worden seien. Belastete Kleidung erkennen Um schadstoffbelastete Kleidung zu erkennen, kann es helfen, daran zu schnuppern. «Was unangenehm riecht, lasse ich lieber liegen. Das kann ein erstes Indiz dafür sein, dass der Stoff belastet ist», rät Stefanie Drückler vom TÜV Rheinland.

Auch Spielzeug sollte man im Laden genau anschauen und es vom Verkaufspersonal aus der Verpackung holen lassen, rät Nicole Merbach von der Stiftung Warentest in Berlin. «Bei einer Puppe schaut man etwa, was mit Augen, Nase und Mund ist. Gibt es Knöpfe, die abgehen können?» Will man das Spielzeug unbedingt haben, könnten solche Knöpfe zu Hause entfernt werden.

Darüber hinaus geben Kennzeichen wie das Toxproof-Label vom TÜV Rheinland Hinweise darauf, ob die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten wurden. Auch Gütesiegel wie das GS- oder TÜV-Zeichen sind eine gute Orientierung. «Wir haben bei einem Test im vergangenen Jahr allerdings festgestellt, dass man sich nicht zu 100 Prozent darauf verlassen kann», sagt Nicole Merbach von der Stiftung Warentest in Berlin. «Aber in der Regel ist das ein guter Hinweis.» Von Wolf von Dewitz, dpa

dpa-infocom


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