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Nachtaktive Jäger: Fledermäuse sind sehr nützlich

Berlin In der Dunkelheit jagen sie, tagsüber hängen sie ab: Fledermäuse gehören zu den ältesten Tierarten der Welt.

Mit Geduld und Ruhe können Menschen die Fledertiere bei ihren Ausflügen beobachten. Mit etwas Glück sogar im eigenen Garten.

Fledermäuse umgibt etwas Geheimnisvolles. Manche halten sie für mystische Wesen, anderen läuft schon allein beim Gedanken an die Nachtschwärmer ein leichter Schauer über den Rücken. Experten halten sie für nützliche Lebewesen, deren Beobachtung ein unvergessliches Erlebnis sein kann.

Dabei gehören Fledermäuse nicht nur zu den spannendsten, sondern auch zu den ältesten Tierarten dieser Welt. «Es gibt sie schon seit 60 Millionen Jahren», sagt Christian Sebening vom Fledermaus-Notdienst im nordrhein-westfälischen Siegen-Wittgenstein. «Leider bekommen die Tiere mittlerweile vom Menschen ihr Limit gezeigt», erzählt der Fachmann. In der Landwirtschaft wurde lange Zeit mit Chemie gearbeitet, Häuser, unter deren Dächern Fledermäuse einst ihre Sommerquartiere fanden, werden umgebaut - all das habe ihnen stark zugesetzt.

Menschen und Tieren bringen Fledermäuse einen großen Nutzen. «Europäische Arten ernähren sich ausschließlich von Insekten. Dazu gehören auch einige, die wir Menschen nicht mögen - Stechmücken und Stubenfliegen zum Beispiel», erklärt Julian Heiermann vom Naturschutzbund (NABU) in Berlin. Außerdem fressen Fledermäuse schädliche Käfer, die Pflanzen und Baumbestände zerstören.

Wer einen eigenen Garten besitzt, kann einiges dafür tun, um Fledermäuse anzulocken und besser beobachten zu können. «Der Garten kann fledermausfit gemacht werden, indem man Bäume pflanzt, die später Früchte tragen», rät Julian Heiermann. Eiche, Haselnuss- oder Apfelbäume ziehen Insekten an. Dort, wo viele Insekten sind, werden bald auch Fledermäuse auftauchen. «Nachtblühende, nektarreiche Blütenpflanzen ziehen mit ihrem Duft Nachtfalter an - die Lieblingsspeise der Fledermäuse.»

Ab und zu kann man sie aber auch in Städten antreffen, deren Umgebung sehr grün ist. Wer genau hinschaue, könne einige Hinweise auf die Anwesenheit von Fledermäusen finden, sagt Christian Sebening. «Wenn Insektenflügel auf dem Fensterbrett liegen, die von den Fledermäusen generell nicht mitgefressen werden, ist das ein deutliches Zeichen.» Ab und zu könne man Fledermauskot entdecken, sagt James Brückner von der Akademie für Tierschutz in München.

Weil Fledermäuse nachtaktive Tiere sind, verstecken sie sich tagsüber gern in den Ritzen alter Gemäuer, in Nischen und auf Dachböden. Wer sie beobachten möchte, muss sich daher auf den Aktivitätsrhythmus der Tiere einstellen und viel Geduld haben.

«Das Große Mausohr - eine Unterart der Fledermaus - hängt frei und kann auch tagsüber beobachtet werden», sagt Christian Sebening. Andere kommen frühestens aus ihrem Unterschlupf, wenn die Sonne untergeht. Der Große Abendsegler kann laut Sebening als der Frühaufsteher unter den Fledermäusen bezeichnet werden, weil er schon kurz nach Sonnenuntergang aktiv wird.

Jagen sie ihre Beute, sind Fledermäuse einzeln unterwegs. Wer aber eins ihrer Quartiere entdeckt hat, kann sie am frühen Morgen in Schwärmen antreffen. «Fledermäuse fliegen in der Abenddämmerung los, um ihre Nahrung zu jagen, und kehren am frühen Morgen zurück», so Christian Sebening. Kurz bevor es hell wird, verschwinden sie dann wieder in ihrem Unterschlupf.

Obwohl Fledermäuse robuste Tiere sind und sofort wegfliegen, wenn sie gestört werden, sollten Beobachter Rücksicht nehmen. «Man sollte sich respektvoll benehmen, Abstand halten, nicht laut sein oder die ganze Umgebung mit seinen Scheinwerfern ausleuchten - auch aus Rücksicht auf die anderen Tiere in der Umgebung», sagt Christian Sebening. Behausungen für Fledermäuse Fledermauskästen, die zum Beispiel im Garten aufgestellt werden können, bieten den Tieren zusätzliche Unterschlupfmöglichkeiten. «Die Kästen gibt es zu kaufen, sie können aber auch selbst gebaut werden», sagt Christian Sebening. Wichtig sei, sie nicht zu tief aufzuhängen. «Vier bis sechs Meter Höhe sollten es sein, damit Katzen und Marder nicht rankommen.» Der Experte rät, am besten gleich drei oder vier der Behausungen im Umkreis von 20 Metern aufzustellen. Ab September, wenn die Fledermäuse sich ein warmes Quartier für ihren Winterschlaf suchen, können die Kästen gereinigt werden. Von Manja Greß, dpa

dpa-infocom


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