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Mainz siegt und feiert - 2:1 gegen St. Pauli

Mainz Im Jubel gingen sogar gewohnte Rituale über Bord.

Die obligatorische Pressekonferenz nach dem 2:1 (0:1)-Sieg des FSV Mainz 05 gegen Absteiger FC St. Pauli wurde für das Bad in der Menge geopfert.

«Europapokal» skandierten die Fans im mit 20 300 Zuschauern letztmals ausverkauften Bruchwegstadion und ließen ihre Lieblinge nach dem fünften Platz hochleben. Doch sie hatten auch ein Herz für die Hamburger. «Wir hoffen, wir sehen euch bald wieder», war der Tenor der Sprechchöre.

«Fußballerisch war das kein Schmankerl. Aber wir haben gewonnen», sagte Manager Christian Heidel, der das Drumherum beim Abschied vom Bruchweg als «bewegenden Moment» beschrieb. Zuvor war ein Kraftakt in der zweiten Halbzeit nötig, um St. Pauli in die Schranken zu weisen. Das 1:8 aus der Vorwoche gegen Bayern München hatten die Hamburger bestens weggesteckt. Matthias Lehmann hatte die Norddeutschen sogar in Führung geschossen (42. Minute). Nationalspieler André Schürrle mit seinem 15. Saisontreffer (58./Foulelfmeter) und Sami Allagui (82.) drehten die Partie aber.

«Alles, was ich kann, habe ich hier gelernt. Ich bin Trainer Thomas Tuchel so dankbar. Er ist ein wichtiger Baustein meiner Karriere», sagte Schürrle nach seinen letzten 90 Minuten für den FSV. «Ich denke noch nicht an Leverkusen oder die Champions League. Erst will ich hier alles genießen.»

Auch Lewis Holtby, der zur Schalke 04 zurückkehren muss, fand nur lobende Worte. «Mainz ist eine Super-Adresse für Spieler wie mich. Ich nehme so viele positive Gefühle mit», meinte der 20-Jährige. «Wenn es hier so schön ist, dann sollen sie doch bleiben», sagte Tuchel, «aber ich weiß das Lob schon richtig einzuordnen.»

Holtby und Schürrle wollen am Abend bei der Feier in der Mainzer Innenstadt die legendäre Boy-Band noch einmal aufleben lassen. Neben den beiden Shootingstars verabschiedet der Club auch Miroslav Karhan, Zsolt Löw, Jan Simak und Martin Pieckenhagen. Ob noch mehr dazukommen, ist offen. Beim umworbenen Christian Fuchs gibt es keine neue Entwicklung. «Wir ziehen am Montag die Option», erklärte Heidel. Die Mainzer können Fuchs für 1,8 Millionen vom VfL Bochum kaufen.

Mainz ging in der finalen Partie gleich in die Offensive. Andreas Ivanschitz traf per Kopf aber nur Latte (9.) und Außennetz (19.). Die 05er blieben spielbestimmend, leisteten sich aber viele Flüchtigkeitsfehler. Die konnte der Absteiger aus dem Norden für ein gefälliges Spiel im Mittelfeld nutzen. Konter wurden aber schlecht ausgespielt. Kurz vor dem Wechsel fand Lehmann die Lücke und bezwang Christian Wetklo mit einem Flachschuss.

Besser wurde das Mainzer Spiel auch nach der Neujustierung durch Tuchel nicht, aber immerhin sorgte ein Schuss von Holtby (53.) für Torgefahr. Erst ein fragwürdiger Strafstoß, als Fabio Moreno den eingewechselten Sami Allagui zu Fall brachte, half den Gastgebern auf die Beine: Schürrle verwandelte zu seinem 15. Saisontreffer. Mainz erhöhte den Druck und wurde durch den Treffer von Allagui belohnt. Von Detlef Rehling, dpa

dpa-infocom


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