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Erst Graf, jetzt Petkovic: Günthardt formt Stars

Paris Er hat mit Steffi Graf schon alles gewonnen, was man gewinnen kann.

Auf der Tennis-Tour gibt es kaum einen, der über mehr Wissen verfügt als Heinz Günthardt. Die große Erfahrung des Schweizers macht sich jetzt auch Andrea Petkovic zunutze.

Den Einzug von Petkovic ins Achtelfinale der French Open verfolgte Günthardt nur auf dem Live-Ticker. Der Schweizer war als TV-Experte für das heimische Fernsehen gefragt und kommentierte zeitgleich das Spiel des Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal gegen den Kroaten Antonio Veic auf dem Centre Court. «Rafael Nadal und Roger Federer sind im Moment eben noch ein bisschen wichtiger als ich», kommentierte Petkovic das Fehlen ihres neuen Beraters schmunzelnd.

Seit Ende des vergangenen Jahres vertraut die deutsche Nummer eins auf die große Erfahrung von Günthardt, der in den 90er Jahren schon Steffi Graf bis zu ihrem Karriereende trainierte. Als Berater, nicht als Coach ist der 52-Jährige für sie tätig, darauf legt die Darmstädterin großen Wert. «Mein Trainer ist nach wie vor Petar Popovic.»

Doch auf dem Weg in die Weltspitze will die 23-Jährige auf den Rat eines der größten Tennis-Experten der Szene nicht verzichten. «Ich kann von ihm noch viel lernen. Petar und ich arbeiten jetzt schon so lange zusammen, da vergisst man ab und zu, über den Tellerrand hinauszuschauen.»

Acht Wochen im Jahr ist Günthardt für die aktuelle Nummer zwölf der Welt tätig, für mehr fehlt dem ehemaligen Doppelspezialisten die Zeit. «Als hauptamtlicher Trainer bist du 280 Tage im Jahr auf der ganzen Welt unterwegs. Das muss ich nicht mehr haben», sagte der Schweizer, der Graf zu zwölf ihrer 22 Grand-Slam-Siege führte.

Dass auf ihm nun wieder viele deutsche Hoffnungen ruhen, nachdem er in der «Gräfin» die beste Tennisspielerin der Welt betreute, ist ihm bewusst. Unruhig macht es ihn nicht. «Man kann das eh nicht vergleichen. Die Zeiten haben sich komplett verändert.»

Günthardt war auch schon Trainer der ehemaligen serbischen Weltranglisten-Ersten Ana Ivanovic und der Amerikanerin Jennifer Capriati - beide wurden French-Open-Siegerinnen. Petkovic betrachtet er als Rohdiamanten, der noch ein bisschen Feinschliff benötigt. «Sie hat überall Potenzial, sich zu verbessern», sagte Günthardt, der zu Beginn der Zusammenarbeit im Dezember die Top 20 als Ziel für dieses Jahr ausgegeben hatte.

Diese Schallmauer durchbrach Petkovic aber schneller als erwartet. Folgt jetzt der Sprung in die Top 10? Möglich sei das, sagt Günthardt, hat dies aber nicht vordergründig im Auge. «Das Ziel kann nicht eine besondere Ranglistenposition sein, sondern der Sieg bei einem großen Turnier. Und das nicht nur, weil die anderen schwächeln oder verletzt fehlen, sondern weil du selbst gut genug bist», sagte Günthardt, der in Paris nebenbei auch noch für den Schweizer Tennisverband unterwegs ist.

Auf dem Trainingsplatz bleibt der bescheidene Eidgenosse eher im Hintergrund. Die Bälle bekommt Petkovic nach wie vor von Popovic zugespielt. Günthardt steht meist am Netzpfosten und beobachtet still, aber mit geschultem Blick die Übungen. Auch eigene Ideen hat er bereits in den Trainingsbetrieb eingebracht. «Er weiß immer genau, was man in welcher Situation machen soll», lobt Petkovic. Und wenn sie in Zukunft noch erfolgreicher wird, dann kann Günthardt ihre Spiele zumindest als Kommentator im Fernsehen verfolgen - wichtig genug sind sie dann. Von Lars Reinefeld, dpa

dpa-infocom


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