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Brings bringt's wieder

Kölner Band spielte als Top Act beim Landesrock-Festival

KOBLENZ. Wovon die Bands des Landesnachwuchs-Wettbewerbs "Rock & Pop 95" am letzten Samstag noch träumten - Brings scheint's geschafft zu haben. 1991 ist die Formation um Frontmann Peter Brings in die Charts durchgestartet und hat sich mit Kölsch-Rock einen Namen gemacht.

Nach zweijähriger Schaffenspause meldete sich "Brings" in einer Koblenzer Autohalle in der deutschen Rockszene zurück. Gewachsen an Erfahrungen, an textlicher und musikalischer Schärfe, angewachsen zum Quintett, ins Hochdeutsche übergewechselt, des besseren Verständnisses wegen.

Filigran ausgefeilte Arrangements

Dabei hat ihre Musik nichts Rockiges verloren, ist vielmehr durch bis in filigrane Bereiche ausgefeilte Arrangements ausdrucksstärker, facettenreicher und impulsiver geworden. Peter Brings (Gesang, Gitarre), Stephan Brings (Baß, Gesang), Harry Alfter (Gitarren, Gesang), Christian Blüm (Schlagzeug) und Kai Engel (der Neue an den Keyboards) bringen mit ihrer aktuellen Produktion "Glaube, Liebe, Hoffnung", die sie live vorstellten, ohne Zweifel eine beachtenswerte Musik unters Volk. Titel wie "Frei" oder "Bitte, bitte, Barbara, gib mir den Glauben zurück" sind in Musik umgesetzte Beobachtungen des Zeitgeschehens. Aber sie pulsieren in feinstem treibenden Rock, der wohl härter, ist als man ihn bislang von Brings gewohnt war. Selbst bei dem melodiös daherstampfenden "Fleisch und Blut" über die Geburt eines Kindes kracht und grooved es an allen Ecken und Enden. Nicht nur in der Musik ist Action angesagt. Während Harry Alfter die Riffs über den Gitarrenhals fegt, verwandelt Peter Brings die Bühne in einen Hexenkessel, aus dem die Rockbrühe auf die Fans überschwappt.

Brings is back. Und die Fans sind begeistert. Auch über die Kölsch-Einlagen ("Nix für lau", "Verjessen"), mit denen die Band ihre Vergangenheit in Erinnerung bringt. Brings bringt's wieder - besser als je zuvor. Bernhard Wibben. Foto: Godehard Jurascheck

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