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Sensationelle Wahl Lafontaines

Mannheim (dpa) - Oskar Lafontaine ist neuer SPD-Vorsitzender. Sensationell deutlich setzte sich der 52jährige am Donnerstag in einer Kampfabstimmung auf dem Parteitag in Mannheim gegen Rudolf Scharping durch, der als erster Parteichef der Nachkriegszeit abgewählt wurde.

Auf den saarländischen Ministerpräsidenten, der sich erst nach seiner mit Begeisterung aufgenommenen Rede auf Druck vieler Delegierter im letzten Augenblick zur Kandidatur entschlossen hatte, entfielen im ersten Wahlgang 321 der 513 Stimmen (62,6 Prozent). Für Scharping votierten 190 Delegierte, zwei enthielten sich. Er wurde aber mit 482 Stimmen zum stellvertretender Parteichef gewät und soll Fraktionschef bleiben. Foto: dpa

» Weitere Berichte und Hintergründe «


Polizei ließ Rabin-Attentat nachstellen

Tel Aviv (Reuter) - Unter starkem Polizeischutz hat der geständige Mörder des israelischen Ministerpräsidenten Jitzhak Rabin am Donnerstag bei einem Ortstermin in Tel Aviv die Tat nachgestellt.

Der Attentäter Jigal Amir zeigte ohne sichtbare Gefühlsregung, wie er Rabin am Abend des 4. November mit einer Pistole niederstreckte. Passanten beschimpften den 25jährigen jüdischen Studenten als Mörder und Verrückten. Amir trug bei dem Ortstermin eine kugelsichere Weste. Die Polizei läßt routinemäßig Morde nachstellen, um den Videofilm im Prozeß vorzuführen.

Eine Mitstudentin berichtete in einem Interview, Amir habe fünf Monate vor dem Anschlag bereits mit der Ermordung Rabins gedroht. Sie habe ihrem Freund beim Militär- Geheimdienst davon berichtet, sagte die 23jährige Hilla Frank der Zeitung "Jedioth Ahronoth". Da ungewiß gewesen sei, wie ernst Amir die Drohungen meinte, seien die Sicherheitskräfte nur allgemein unterrichtet worden. Foto: Reuter


Helmut Schmidt sagte Besuch von SPD-Parteitag ab

Mannheim (dpa) - Offenbar aus Verärgerung über die Wahl von Oskar Lafontaine zum neuen SPD-Parteivorsitzenden hat der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt am Donnerstag seinen Besuch des Parteitags in Mannheim kurzfristig abgesagt. Schmidt sollte am Nachmittag vor den Delegierten reden. Wie aus seiner Umgebung verlautete entschloß er sich zu diesem Schritt, nachdem er im Autoradio von der Wahl Lafontaines erfahren hatte. Der neue SPD-Bundesgeschäftsführer Franz Müntefering gab allerdings als Grund für die Absage Terminnot an. Zwischen Lafontaine und Schmidt herrscht seit langem ein gespanntes Verhältnis.


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