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Viele Nazis fanden Zuflucht in Argentinien

Hamburg (dpa) - Nach dem Krieg haben viele Nazi-Größen Zuflucht in südamerikanischen Ländern gefunden. Als besonders sicherer Hort für gesuchte NS-Verbrecher hat sich jahrzehntelang Argentinien erwiesen. Der frühere Präsident Juan Domingo Peron hatte großzügige Einreisebestimmungen verfügt.

Der bekannteste "argentinische" Nazi war Adolf Eichmann, Judenreferent im Reichssicherheitshauptamt. 1960 spürte ihn ein israelisches Kommando im Lande auf und entführte ihn nach Israel, wo er nach einem spektakulären Prozeß hingerichtet wurde.

Josef Mengele, der KZ-Arzt von Auschwitz, hielt sich zeitweilig in Argentinien auf, wo ihm die deutsche Botschaft 1956 unter seinem richtigen Namen eine Geburtsbescheinigung ausstellte. Später tauchte er in Paraguay auf, 1979 soll er bei einem Badeunfall in Brasilien ums Leben gekommen sein.

Gerhard Bohne, zeitweiliger Leiter der Euthanasie-Aktion "T 4", wurde 1966 an Deutschland ausgeliefert und wegen 15 000fachen Mordes an geistig Behinderten angeklagt. Wegen Verhandlungsunfähigkeit wurde das Verfahren gegen ihn vor einem Frankfurter Gericht 1968 eingestellt.

1990 mußte Josef Schwammberger, früherer Kommandant der in Polen gelegenen Lager Rozwadow und Przemysl, zwangsweise seine Wahlheimat Argentinien verlassen. Ein Stuttgarter Gericht verurteilte ihn 1992 wegen Mordes zu Lebenslänglich.


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