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Franzosen setzten "System D" ein

Paris (dpa) - Ein "rabenschwarzer Freitag" war den Franzosen vorausgesagt worden, und bereits am Morgen wurde er mit Einsetzen des Berufsverkehrs für viele von ihnen Wirklichkeit. Die meisten Busse und Bahnen fuhren wegen des Streiks von fünf Millionen Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes gar nicht oder selten.

Wer sich einigermaßen pünktlich zur Arbeit durchschlagen wollte, mußte früh aufstehen. Phantasie und Improvisationstalent waren gefragt. Die Franzosen setzten dabei auf ihr bewährtes "System D". D steht für "debrouiller" und "Il faut se debrouiller" - man muß sich durchschlagen. Foto: Reuter



Nur Michael Jackson fehlte in Paris

Paris (dpa) - Für einen kurzen Moment verwandelte die irische Band "U2" (Foto) die Bühne in der Pariser Musikhalle "Zenith", wo am Donnerstag abend die europäischen Musikpreise des Fernsehsenders MTV vergeben wurden, in eine Protestbühne:

"Was für eine Stadt! Wieviele Ihr seid! Aber: Was für eine Bombe! Was für ein Präsident! Was tut Ihr dagegen?" Lautstarkes Trampeln der rund 4500 Gäste gaben "U2", die die Auszeichnung der besten Gruppe davontrugen, recht - und einem Präsidenten Jacques Chirac unrecht. Der Protest wäre nur ein Steinchen im bunten Musik- und Show-Kaleidoskop des Abends gewesen. Überraschend verstärkt wurde er durch den Sonderpreis "Free your mind", den MTV für herausragenden politischen oder sozialen Einsatz verleiht. Dieser ging in diesem Jahr - ausgerechnet in Paris - an Greenpeace. "Für den Kampf zum Schutz der Umwelt seit über 25 Jahren und gegen die Atomversuche der französischen Regierung im Pazifik", hieß es in der Begründung des Londoner Senders. Foto: Reuter


Polizist mit "Berlin-Angst" entlassen

Berlin (Reuter) - Aus psychologisch attestierter Angst vor Berlin hat ein Polizist die Arbeit in der Hauptstadt verweigert. Das Verwaltungsgericht Berlin erkannte die von einem Diplom-Psychologen bescheinigte "Berlin-Phobie" jedoch nicht an und entfernte den Beamten aus dem Dienst, wie es am Freitag mitteilte. Der Polizist sei nach Nordrhein-Westfalen gezogen und habe die Angst vor der Hauptstadt als Begründung angegeben. Aufforderungen, in Berlin zum Dienst anzutreten, habe er ignoriert.

Zu seiner Rechtfertigung legte der Mann laut Verwaltungsgericht ein Gutachten eines Diplom-Psychologen vor. Dieses bestätigte ihm, daß das Leben und Arbeiten in Berlin für ihn mit extremen psychischen Belastungen verbunden sei. Polizeiärztliche und amtsärztliche Untersuchungen sowie eine psychiatrische Zusatzbegutachtung wurden aufgeboten, um den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu überprüfen. Sie kamen zu dem Ergebnis, "daß der Beamte zumindest allgemein dienstfähig war", wie das Verwaltungsgericht berichtete. Allerdings habe man bei dem Mann eine "besondere Persönlichkeitsstruktur" festgestellt.


Amnesty International              Greenpeace
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