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Pariser schwärmen zu Hamsterkäufen aus

Paris (Reuter) - Paulette Maier will gewappnet sein. Wie viele Pariser schreitet die 75jährige wegen der Streiks im öffentlichen Dienst zu Hamsterkäufen. Nudeln und Zucker, überhaupt viele Lebensmittel habe sie eingekauft, und der Tank des Autos sei immer randvoll. Sie fürchte, daß sich das Choas von 1968 wiederholen werde, als die Studenten- und Arbeiterunruhen den Transport von Lebensmitteln auf Schiene und Straße wochenlang lahmgelegt hatten.

Soweit ist es 27 Jahre später zwar noch nicht gekommen. Dennoch melden viele Supermärkte in Paris einen wahren Käuferansturm. "Die Kunden legen sich Vorräte an, vor allem an Zucker, Öl, Nudeln und Dosen", sagt Dany Lahoud, Geschäftsführer des Supermarktes Franprix im Zentrum der französischen Hauptstadt. "Die Regale sind leer." Im Phimaco-Markt in Südparis stauen sich an der Kasse die bis zum Rand vollgepackten Einkaufswagen. "Leute laden sich ganze Wagen voll mit Nudeln und Kaffee", sagt der Manager. Bei den Lieferanten habe man große Mengen nachbestellt, um die Regale täglich neu auffüllen zu können.

Sie gehöre eigentlich nicht zu den Leuten, die sich leicht von Panikmache anstecken ließen, sagt Ginette Huche. Doch gerade habe ihre Kusine sie angerufen und berichtet, im Supermarkt seien die Regale mit Konserven und anderen haltbaren Lebensmitteln leergeräumt gewesen, sagt die 67jährige. Da habe auch sie nicht länger warten wollen. Schließlich wisse man nie, was noch komme. Lee Yanowitch. Foto: Reuter


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