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Presserat kritisiert taz-Überschrift

Bonn (dpa) - Der Deutsche Presserat hat eine Überschrift der Tageszeitung "taz" im Streit um das Kruzifix-Urteil mißbilligt. Dies teilte die Katholische Deutsche Bischofskonferenz mit.

Sie hatte sich wegen der im August verwendeten Überschrift "Kruzifix! Bayern ohne Balkensepp" mit einer Beschwerde an das Selbstkontrollorgan der gedruckten Medien gewandt. Der Beschwerdeausschuß des Presserates stellte nach Angaben der Bischofskonferenz fest, durch die Bezeichnung "Balkensepp" werde das Kreuz als Kernsymbol des christlichen Glaubens der Lächerlichkeit preisgegeben. Sie sei daher geeignet, das religiöse Empfinden von Christen nach Form und Inhalt wesentlich zu verletzen.

Der Presserat hatte die Mißbilligung bereits am 28. November 1995 auf einer Sitzung in Mainz ausgesprochen. Im Gegensatz zu Rügen, die nach der Beschwerdeordnung des Presserates abgedruckt werden sollen, wird bei Mißbilligungen das gemaßregelte Blatt namentlich nicht genannt.

Die Staatsanwaltschaft Berlin-Moabit hatte im September ein Ermittlungsverfahren gegen die "taz" wegen der Überschrift eingestellt. Die Zeitung habe damit nicht gegen Bestimmungen des Strafgesetzbuches zum Religionsschutz verstoßen, hieß es zur Begründung. Archivfoto: dpa


Last edited: jo@cicero.de 12.06.1998 06:30