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. . . Gebrselassie sammelt weiter Weltrekorde

Überraschend klar lief Maria Mutola (Mosambik) über 1.000 m in 2:36,91 an der 18 Jahre alten Bestmarke der Kölnerin Brigitte Kreaus (2:34,8) vorbei. Kiptanui fehlten beim 1.500-m-Sieg in 3:36,88 ebenfalls über zwei Sekunden am Weltrekord. Dafür trumpften drei deutsche Frauen groß auf: Melanie Paschke (Wattenscheid) landete in 7,10 Sekunden über 60 m den ersten Triumph über Merlene Ottey (Jamaika/7,13), wiegelte jedoch ab: "Merlene ist noch nicht in Form. Ich überschätze den Sieg nicht." . Heike Drechsler (Chemnitz) fehlten nur vier Zentimeter am ersten 7-m-Sprung der Saison und empfand: "Das gibt Selbstvertrauen. Der Anlauf paßt".

Breuer wieder da

Und Grit Breuer (Hannover) lief im dritten Hallenrennen nach ihrer langen Sperre in 51,14 Sekunden die schnellste 400-m-Zeit des Jahres in der Welt und meinte: "Die Leute stehen hinter mir und die Zeit läßt viel erhoffen für den Sommer."

Zwei andere deutsche Athletinnen hatten zum Auftakt des Wochenendes geglänzt. In Wuppertal meisterte die Olympia- und WM-Zweite Alina Astafei (Mainz) 1,98 m und scheiterte knapp an 2,01 m. Mit dieser Höhe, dem ersten 2-m-Sprung des Jahres, gewann Bulgariens Weltmeisterin Stefka Kostadinowa (30) das erste "Gipfeltreffen" 1996. Beim Kugelstoßmeeting in Saßnitz/Rügen war Weltmeisterin Astrid Kumbernuss (Neubrandenburg) mit 20,13 m erneut "Chefin im Ring", war aber "nicht zufrieden" mit dieser Leistung.

Abschied ohne Medaille ?

Carl Lewis droht nach acht Olympiasiegen in Atlanta ein Abschied ohne Medaille: Nur als Letzter des 60-m-Laufs in Houston/Texas startete der 34 Jahre alte Amerikaner nach der Rücktrittsankündigung zum Saisonende ins letzte Karrierejahr und wurde dabei sogar von einem Japaner geschlagen. Das Rennen gewann Weltrekordler Leroy Burrell (USA) in mäßigen 6,64. "Ich höre nach der Saison endgültig auf. In Atlanta will ich noch einmal eine Medaille gewinnen", meinte Lewis.

Negativ-Schlagzeilen schrieb durch seine Verletzung auch der britische 100-m-Olympiasieger Linford Christie, der in Birmingham von der Bahn humpelte. Das Duell am Samstag an gleicher Stelle mit Donovan Bailey ist somit fraglich. Kanadas Weltmeister machte in 6,56 Sekunden in New York einmal mehr deutlich, wer die Sprint-Welt vor Olympia beherrscht. Nach dem Muskelkrampf von Gail Devers beim Aufwärmen glänzte 100-m-Weltmeisterin Gwen Torrence (USA) in 7,02.

Kiptanuis Zeit gelöscht

Sechs Monate vor Olympia schob sich ein Südafrikaner als Medaillenaspirant in den Vordergrund. Gert Thys (24) setzte beim 45. Beppu-Marathon in Japan in 2:08:30 Stunden ein erstes Maß für die Marathon-Elite. Haile Gebreselassie, der acht Tage zuvor in Sindelfingen die 5.000-m-Bestmarke um fast zehn Sekunden auf 13:10,09 geschraubt hatte, löschte nun die 7:35,15 von Kenias Star Moses Kiptanui. "Die Tempoläufer machten einen hervorragenden Job. Das war sehr wichtig für den Rekord", meinte Gebrselassie, der draußen die Bestmarken über 5.000 und 10.000 m hält. "Ich wollte mein eigenes Rennen laufen, aber klebte hinter Haile und ging mit. Als ich eine Schwäche hatte, zog Fermin Cacho an mir vorbei, dann der andere Spanier", meinte Baumann zum Überholmanöver des 1.500-m-Olympiasiegers.
Gerd Holzbach

Last edited: jp@rhein-zeitung.de 12.06.1998 06:31