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Ermittlung bei Polizei wegen Korruptionsverdachts

Hamburg (dpa) - Nach dem glücklichen Ende der Reemtsma-Entführung sucht die Hamburger Polizei jetzt nach undichten Stellen im eigenen Bereich. Polizeibeamte sollen ein Foto des entführten Multimillionärs Jan Philipp Reemtsma an Zeitungen verkauft haben.

Die Polizei habe interne Ermittlungen aufgenommen und Strafverfahren eingeleitet, sagte Polizeisprecher Werner Jantosch sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. "Wir gehen davon aus, daß an irgendeiner Stelle ein Mitarbeiter aus der Polizei dieses Foto weitergegeben hat." Wenn das geschehen sei, habe derjenige auch etwas dafür bekommen. Das sei "Bestechlichkeit und da ist schon eine schöne Geldstrafe drin".

Nach einem Bericht der "Hamburger Morgenpost" ist die Sondernummer 01166, unter der die Stimme der Entführer zu hören sein soll, trotz Ankündigung der Polizei nicht bundesweit geschaltet worden. Grund dafür seien technische Probleme der Telekom. Telekom-Sprecher Martin Brinkmann sagte der "Morgenpost": "Wir konnten die Schaltung nicht vorbereiten, da sonst die Gefahr bestanden hätte, daß der Fall aus dem Haus in die Öffentlichkeit durchsickert. Die Schaltarbeiten laufen aber jetzt auf Hochtouren. Spätestens Montag ist die Nummer bundesweit erreichbar." Bis dahin könne der Text vermutlich nur im Raum Hamburg abgehört werden.


Last edited: tk@rhein-zeitung.de 12.06.1998 06:33