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Umwelt-Alarm auf der Insel Amrum

Mehr als 500 Tonnen Öl am Strand - Schaden noch nicht abzusehen

Kiel/Wittdün (dpa) - Ölalarm auf der Nordseeinsel Amrum: Auf 15 Kilometern Länge ist der Strand der seeseitigen Küste der Ferieninsel von einem rund 1,50 Meter breiten und drei bis sechs Zentimeter dicken "Ölfilm" bedeckt, teilte das Kieler Umweltministerium am Freitag mit. Dabei handelt es sich nach ersten Schätzungen um eine Ölmenge zwischen 500 und 1á000 Tonnen. Die Schäden für die Natur sind aber offenbar geringer als zunächst befürchtet.

Das Ministerium sprach von einer "räumlich eng begrenzten Ölverschmutzung". In ersten Berichten war von insgesamt 2000 Kubikmetern Schweröl die Rede, das vor der Küste angetrieben worden sei. Größere Schäden für das empfindliche Ökosystem des Nordfriesischen Wattenmeeres und eine Beeinträchtigung des Badebetriebes an der nordfriesischen Küste seien nicht zu erwarten, hieß es. Das Einsammeln der Ölreste werde durch die gegenwärtigen Witterungsbedingungen erleichtert, da das Öl durch den Wellenschlag als sogenannter Spülsaum am Strand ankomme und so von Reinigungskräften schnell aufgenommen werden könne.

Möglicherweise Einleitungen aus der Schiffahrt

Nach Angaben des Ministeriums handelt es sich um Schwerölreste, "dessen leichtere Bestandteile aufgrund der längeren Aufenthaltszeit im Wasser bereits verflüchtigt sind". Die Beschaffenheit des Öls deute darauf hin, daß es sich "möglicherweise um Einleitungen aus der Schiffahrt handelt, möglicherweise um Treibstoffreste". Greenpeace Sprecher Jörg Feddern sagte der dpa, das Öl könne von einer illegalen Tankwäsche, aber auch von einer Ölplattform stammen. Genauere Hinweise auf den Versucher sollen Analysen des Öls bringen.

Geringe Ölverschmutzungen wurden den Angaben zufolge auch auf dem Japsand und Norderoogsand westlich von Pellworm sowie an der Südspitze von Sylt beoachtet. Vorsorglich sei der zentrale Öl- Meldekopf der Küstenländer und des Bundes in Cuxhaven eingeschaltet worden. Schleswig-Holsteins Umweltminister Rainder Steenblock (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, eine internationale Übereinkunft zur Entsorgung von Schiffen in der Nordsee sei dringend nötig. Foto: dpa


Last edited: tk@rhein-zeitung.de 12.06.1998 06:34