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Saubere Kühe sind glückliche Kühe

Kuhwaschanlage aus Nordfriesland - Fell von Staub und Ungeziefer befreit

Husum (dpa) - "Pudelwohl" fühlen sich jene Rindviecher, die das seltene Glück haben, eine Kuh-Waschanlage genießen zu dürfen. Nach dem Prinzip der automatischen Autowäsche und von Schuhputzapparaten konstruierte Landwirtschaftstechniker Hans-Jürgen Carstensen aus dem nordfriesischen Olderupfeld - nordöstlich von Husum gelegen - vor gut einem Jahr seine Trocken-Waschanlage für Kühe.

Diese hat sich inzwischen international bewährt. Über 20 der robusten Bürstenmaschinen sind in Deutschland, Dänemark, Italien, Spanien und sogar in Neuseeland im Einsatz, bilanziert der 43Jährige. Beim Herannahen der Kuh setzen sich die rotierenden blauen Kunststoffbürsten selbständig in Bewegung und befreien das Fell von Staub, Verkrustungen und Ungeziefer.

Ein Bad mit Wonne

Außerdem "muß es für die Tiere ein schönes Gefühl sein", sagt Carstensen. Die Landwirte, die eine Kuh-Waschanlage betreiben, berichten nämlich übereinstimmend, daß ihre vierbeinigen Milchproduzenten nach dem Melken geradezu mit Wonne das Bürstenbad über sich ergehen lassen. Auch soll sich dadurch angeblich die Milchleistung der Kühe erhöht haben. Gerade auch unter diesem Gesichtspunkt könnte sich die Investition von rund 3á500 Mark langfristig lohnen, die eine zweibürstige "Waschmaschine" kostet.

Pilotanlagen mit Desinfektionsmitteln

Konstrukteur Carstensen, der vorwiegend Melk- sowie Fütterungsanlagen plant, herstellt und installiert, arbeitet gegenwärtig an der Fortentwicklung der Rindvieh-Reinigungsrotoren. Pilotanlagen mit Wasser und mit Desinfektionsmittel-Zusatz sind zwar bereits fertig, Erfahrungen müssen aber noch in der Praxis gesammelt werden. Von Friedhelm Caspari, Foto: dpa

Last edited: aj@rhein-zeitung.de 12.06.1998 06:35