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"Affentheater" in Österreich

Makaken und Berberaffen - Erschreckte Autofahrer - Erfreute Tierfreunde

Wien (dpa) - Österreich steht im Bann eines wahren "Affentheaters": Seit Dienstag ziehen ganze Horden japanischer Makaken-Affen durch das südliche Kärnten, erschrecken Autofahrer, lassen sich bereitwillig füttern und filmen, entkommen jedoch immer wieder den ausgesandten Tierfängern.

In der Nacht zum Dienstag hatten die 40 kleinen Affen, die den "Affenberg" auf der Burg Landskron bei Villach zieren sollten, das Weite gesucht. Damit nicht genug: Am selben Tag wurde bekannt, daß aus einem Wildpark in Oberösterreich bereits vor einigen Tagen drei Berberaffen entkommen sind. Auch hier blieb die Affenjagd zunächst erfolglos. Für Schlagzeilen sorgen jedoch die 40 Japan-Makaken. Behörden und Tiergärten warnten die Bevölkerung vor Kontakten mit den Tieren, weil befürchtet wird, daß sie gefährliche Krankheiten übertragen können.

Blasrohr-Narkose

Das Boulevardblatt "Kronen Zeitung" zitierte den britischen Affen- Experten Jim Cronin mit der Warnung: "Die Makaken können sogar einen Finger abbeißen, wenn sie aggressiv werden." Die Tierparkbetreiber suchen mit 20 Mann nach den Ausreißern. Auch ein Spezialist für Blasrohr-Narkose wurde engagiert. Trotzdem werden die Chancen, die flinken Tiere wieder einzufangen, als gering eingestuft. Die Kärntner machen sich bereits mit dem Gedanken vertraut, daß die heimische Fauna auf unabsehbare Zeit um wild lebende Affen bereichert wird. Immerhin sind die Tiere von ihrer japanischen Heimat her an kalte Winter gewöhnt. Fotos: AP

Last edited: aj@rhein-zeitung.de 12.06.1998 06:35