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Pro Familia vertreibt umstrittenenes Buch nicht mehr

Verlag weist Vorwurf der Pornographie zurück - Rechtliche Klärung

Frankfurt/M (AP) - Das umstrittene Buch "Mein heimliches Auge - Jahrbuch der Erotik" ist vorerst nicht mehr über die Familienberatungsgesellschaft Pro Familia erhältlich. Dies gelte bis zur endgültigen Klärung der rechtlichen Situation, teilte die Pro Familia Vertriebsgesellschaft am Donnerstag in Frankfurt am Main mit.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt im Zusammenhang mit dem Buch seit Dezember gegen Pro Familia wegen des Verdachts der Verbreitung pornographischer Darstellungen. Auslöser seien zwei Anzeigen gewesen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Job Tilmann.

Der Verlag Claudia Gehrke, in dem das umstrittene Buch erschienen ist, verwahrte sich an Donnerstag in einer Pressemitteilung gegen den Vorwurf der Pornographie. "Mein heimliches Auge" habe ein Gesamtkonzept, "das weit entfernt ist von der vergröbernden aufdringlichen Darstellung in der Pornographie". Vielmehr behandle das Buch allgemeine Themen, "die mit Liebe und Lust zu tun haben". Seit seinem Erscheinen sei das Werk immer wieder in angesehenen Zeitungen als Kunst gewürdigt worden.

Reihe seit Jahren im Buchhandel

Der Geschäftsführer der Vertriebsgesellschaft, Martin Kessel, erklärte auf Anfrage, die Anzeige ziele eher auf Pro Familia selbst als auf das Buch. Die Reihe sei seit zehn Jahren im Handel und in jedem Buchladen erhältlich. Dies wurde auch von der Buchhandelskette Hugendubel bestätigt.

Last edited: aj@rhein-zeitung.de 12.06.1998 06:35