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Sachsenring bringt Umwelt-Auto

Abgasfrei durch den Stadtverkehr - Ziel: Jahresproduktion von 10.000 Stück

Dresden (AP) - Fünf Jahre nach dem letzten Trabi hat die Sachsenring Zwickau jetzt ein neu entwickeltes umweltfreundliches Auto vorgestellt. Die Van-Limousine aus Aluminium mit dem Namen "Uni1" soll in der Stadt mit einem Elektromotor und über Land mit einem Dieselmotor fahren. Ab 1999 soll sie mit einem anderen Hersteller zusammen produziert werden und etwa 50.000 bis 54.000 Mark kosten. Ein Prototyp wurde am Mittwoch abend in Dresden vorgestellt.

Sachsenring-Geschäftsführer Jürgen Rabe sagte, einen Markt erhoffe sich die Firma vor allem in den USA, Frankreich, Japan und Singapur, wo umweltfreundliche Autos besonders gefördert würden. Zielgruppen seien Behörden, Taxi-Unternehmen und Autoverleiher, erst in zweiter Linie Privatkäufer. Wegen der Sereinfertigung sei das sächsische Traditionsunternehmen mit mehreren interessierten Automobilherstellern im Gespräch. Wenn es ein ausländischer Partner werde, solle er auf Deutschland als Produktionsstandort verpflichtet werden, sagte Mitgeschäftsführer Ulf Rittinghaus. Die Jahresproduktion soll etwa bei 10.000 Stück liegen.

TDI-Dieselmotor von Volkswagen

Unter der Haube des Uni1 arbeiten ein TDI-Dieselmotor von Volkswagen mit 66 Kilowatt Leistung sowie ein 30-Kilowatt-Elektromotor mit einer Reichweite von rund 75 Kilometern. In der Stadt kann der Fahrer umschalten und abgasfrei fahren. Der E-Motor wird an der Steckdose aufgeladen. Das Auto verfügt über ein automatisches Schaltgetriebe und automatische Kupplung. Es verbrauche bei intelligenter Fahrweise auf 100 Kilometer um die vier Liter Diesel, sagte Rabe. Es soll als Sieben- und Fünfsitzer zu haben sein. Das Auto lasse sich wegen seiner Modulbauweise aus sortenreinem Aluminium und Kunststoff nach der Ausmusterung zu 100 Prozent wieder aufbereiten.

Der Rahmen des Uni1 besteht aus Aluminum-Profilstäben, die Karosseriehülle ebenfalls aus Aluminium. Der Wagen sei um ein Viertel leichter als vergleichbare Fahrzeuge. Die Bauweise ist dem Flugzeugbau entlehnt. Kooperationspartner bei der Fahrzeugentwicklung waren die Firmen IAV Motor Chemnitz, Fichtel und Sachs sowie L und R Fahrzeugbau. Foto: AP


Last edited: aj@rhein-zeitung.de 12.06.1998 06:36