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Eis läßt Fische zur Ruhe kommen

Potsdam (dpa) - Für die Fische hat die Frostperiode auch ihre guten Seiten: Die winterlichen Eispanzer auf den Gewässern garantieren zunächst einmal Ruhe und eine ungewohnte Sauerstoffdusche. "Eine normale Eisbedeckung ist im Grunde sehr gut", sagte Gerhard Matthies, Fischereireferent im brandenburgischen Landwirtschaftsministerium, in einem dpa-Gespräch. Das Eis biete den Fischen auch Schutz gegen einen ihrer Hauptfeinde, den Kormoran.

Die ständige Unruhe durch Wassergeflügel entfalle, und kaltes Wasser nehme deutlich mehr Sauerstoff auf als warmes. Dabei läuft der Organismus bei den wechselwarmen Fischen während der Winterperiode im Sparbetrieb. Die paradiesischen Verhältnisse können jedoch leicht umschlagen, wenn Schnee das Eis bedeckt und damit nicht mehr genügend Licht zur Photosynthese von Unterwasserpflanzen einfällt. Dann zieht die Flora den benötigten Sauerstoff aus dem Wasser, besonders kleinere und geschlossenere Gewässer ersticken förmlich.

Schlittschuhläufer stören

In kleinen Seen habe da der Aal schon bald zu kämpfen, erläuterte Matthies. Karausche und Giebel würden mit der Gefahr eher fertig. Belastungen durch Laub, Abwässer oder Düngestoffe würden die Situation verschärfen. Kritisch wird es für die Fische bei Sauerstoffgehalten von unter vier Milligramm pro Liter. Zu den Feinden von Zander, Hecht und Karpfen zählen im Winter auch Schlittschuhläufer, die die Tiere in ihrer Winterruhe stören.

Um Fische gegen die Unbilden des Winters zu schützen, sollte der auf dem Eis liegende Schnee entweder mit Wasser besprüht oder weggeschoben werden. Solche Schneefenster sollten etwa 20 Prozent der Gewässeroberfläche ausmachen, sagte Matthies. Daneben können Außenbordmotoren oder schwenkbare Belüfter an offenen Stellen zusätzlichen Sauerstoff ins Wasser quirlen. Eislöcher zu schlagen, empfehle sich nur für kleine Seen und Teiche. Doch seien die bald wieder überfrorenen Lücken tückische Fallen für Spaziergänger und Schlittschuhläufer.


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:07 von jp