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. . . Passagier überwältigte Luftpirat

Das zweistrahlige Mittelstreckenflugzeug vom Typ McDonnell-Douglas MD-87 war in Berlin um 11.20 Uhr in Richtung Wien gestartet. An Bord der nur zu rund einem Viertel besetzten Maschine befanden sich nach Angaben der AUA 28 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder. Gegen 12.00 Uhr sei die Crew von dem Luftpiraten über österreichisch-tschechischem Grenzgebiet zur Umkehr gezwungen worden, hieß es bei der österreichischen Luftraumüberwachung. Um 12.48 Uhr war die Maschine auf dem Flughafen Berlin-Tegel außerplanmäßig gelandet und daraufhin in einen Hangar geschleppt worden.

Erste Entführung für junge Luftfahrtgesellschaft

Nach dem Ende der Entführung wurden die Passagiere in abgeschirmte Räume gebracht und ärztlich untersucht, sagte eine Polizeisprecherin. Später sollten sie zu den Vorgängen an Bord befragt werden. Für die relativ junge, erst 1957 gegründete österreichische Luftfahrtgesellschaft war es der erste Fall einer Entführung.

Der Bosnier, der in Berlin bereits vor der Entführung einen Asylantrag gestellt habe, wollte nach Angaben von Berlins Justizsprecher Rüdiger Reiff vermutlich eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erzwingen. Er werde an diesem Mittwoch wegen Geiselnahme und Angriff auf den Luftverkehr dem Haftrichter vorgeführt. Bei einer Verurteilung drohten ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Wie kamen die Waffen durch die Kontrollen

Wie der Bosnier die Waffen durch die Kontrollen in Tegel bringen konnte, ist noch unklar. Eine Polizeisprecherin sagte dazu lediglich, die Polizei sei für die Sicherheit des Flughafens nicht zuständig. Diese Aufgabe habe vor kurzem eine private Firma übernommen.

Den Luftfahrtbehörden in Prag lagen dagegen keine Informationen über eine Entführung vor. Das Flugzeug habe lediglich eine Kursänderung nach Berlin vorgenommen, weil Papiere eine Passagiers nicht in Ordnung gewesen seien, hieß es. Foto: AP


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:07 von aj