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Rechtsexperten: Der Mond darf nicht verkauft werden

Köln (dpa) - Enttäuschung für den angeblichen Mond-Besitzer Martin Jürgens aus Westfalen: Der Mond gehört niemandem und darf folglich auch nicht verkauft werden. Das hat das Institut für Luft- und Weltraumrecht der Universität Köln festgestellt und damit dem erbitterten Streit zwischen Jürgens, der den Mond von seinen Vorfahren geerbt haben will, und dem Mondverkäufer Dennis Hope in Kalifornien die Grundlage entzogen.

Nach dem Weltraumvertrag aus dem Jahre 1967 hätten weder Staaten noch Einzelpersonen das Recht, sich den Mond oder andere Himmelskörper anzueignen, teilte das Institut am Donnerstag mit. Zudem erkläre der 1979 von 13 Staaten unterzeichnete Mondvertrag den Erdtrabanten zum "gemeinsamen Erbe der Menschheit".

Hope hatte vor etwa 16 Jahren bei einer Bezirksbehörde im US- Bundesstaat Kalifornien seinen Anspruch auf den Mond registrieren lassen. Seitdem verkauft er für rund 16 Dollar pro Grundstück kleine Parzellen auf der Sonnenseite des Himmelskörpers. Der 59jährige Rentner Jürgens aus dem westfälischen Westerkappeln behauptet, der Mond befinde sich seit 1756 im Besitz seiner Familie. Damals habe Friedrich der Große den Mond an seinen Vorfahren Aul Jürgens verschenkt.

Schenkung hat keine Rechtsgültigkeit

Eine Schenkung durch einen preußischen Souverän hat nach Auffassung des Kölner Instituts aber keine Rechtsgültigkeit. "Der Alte Fritz hätte überdies nur dann etwas wirksam übereignen können, wenn er selber Eigentümer der betreffenden Sache gewesen wäre." Auch der privatrechtliche Verkauf von Grundstücken auf der Mondoberfläche sei unmöglich, hieß es.

Interessanter ist für die Rechtsexperten die Frage nach möglichen Schadensersatzansprüchen derjenigen, die von dem Geschäftsmann aus dem kalifornischen Rio Vista Mondparzellen gekauft haben. So soll der Filmschauspieler Burt Reynolds angeblich mehrere tausend Dollar auf dem Mond angelegt haben.


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:07 von aj