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Ausweis zum Haschkauf

Kiel (dpa) - Das in Schleswig-Holstein geplante Pilotprojekt zum Verkauf von Haschisch in Apotheken soll zunächst in drei Landkreisen des hohen Nordens starten. Wie die Kieler Gesundheitsministerin Heide Moser (SPD) am Wochenende mitteilte, bekommen die Teilnehmer eine Ausweiskarte, die zum Haschischkauf berechtigt.

Diese Karte werde keine persönlichen Daten enthalten, sondern lediglich eine Codierung, über die das Ministerium Informationen über das Konsumverhalten der Drogensüchtigen gewinnen will. Die Ergebnisse sollen in einem anderen Bundesland, voraussichtlich in Hessen, ausgewertet werden, sagte Moser der "Norderstedter Zeitung".

Märkte für harte und weiche Drogen trennen

Mit dem Modellversuch setzt Schleswig-Holstein einen Beschluß der Gesundheitsministerkonferenz der Länder um. Ziel ist es, die Märkte für weiche (Haschisch) und harte Drogen (wie etwa Heroin) zu trennen. Damit sollen die Konsumenten von Haschisch vor dem kriminellen Umfeld des Drogenhandels geschützt werden. Der Vorstoß des Landes war vor allem von Unionspolitikern scharf kritisiert worden.

Auf Antrag darf gekifft werden

Einen Ausweis zum Haschischkauf können während des auf fünf Jahre befristeten Modellversuchs alle Bürger erhalten, die älter als 16 Jahre sind. Dieser Ausweis berechtigt zum Kauf von täglich bis zu fünf Gramm Haschisch. Wer den Ausweis bei einer Polizeikontrolle vorlegt, darf bis zu fünf Gramm Haschisch bei sich tragen, ohne daß ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und der Stoff beschlagnahmt wird.

Die Preise für das in Apotheken abgegebene Haschisch sollen nach den Vorstellungen der Ministerin von einer Kommission festgelegt werden, der Polizeibeamte und Drogenberater angehören. Sie werden voraussichtlich etwas über den Schwarzmarktpreisen liegen.

Bevor das Modellvorhaben starten kann, muß das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Berlin über die Zulässigkeit des Projektes entscheiden.


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von jo