IVWPixel Zählpixel

Zehnjährige Kim wurde erstickt

Varel/Amsterdam (dpa) - Die am Donnerstag abend auf dem Heimweg verschleppte zehnjährige Kim aus dem niedersächsichen Varel ist ermordet worden. Das Mädchen wurde wenige Stunden nach ihrer Entführung von einem bislang unbekannten Täter erstickt, berichtete die Polizei am Sonntag in Varel.

Die Leiche wurde am Freitag von Wanderern in einem Waldstück bei Amsterdam, rund 300 Kilometer von Varel entfernt, gefunden. Das Kind wurde nicht sexuell mißbraucht. Auch Verletzungen wies der Leichnam nicht auf. Die Kleidung war in "ordentlichem Zustand" gewesen. Kims Schicksal gibt der Mordkommission in Varel deshalb Rätsel auf.

"Wir können uns das nicht erklären", sagte ein Polizeisprecher. Die Fahndung nach dem Täter läuft unterdessen international auf Hochtouren. Bei der Polizei in Varel sind bislang nahezu 500 Hinweise aus der Bevölkerung auch von außerhalb eingegangen. Die niederländische Polizei registrierte bis Sonntag ungefähr 20 telefonische Hinweise aus dem ganzen Land. Fernsehsender riefen die Bevölkerung zur Mithilfe auf und sendeten Sondersendungen, berichtete Cees Rameau, Sprecher der Amsterdamer Polizei. Die Fundstelle in einem Erholungsgebiet lag rund 50 Meter von der Autobahn entfernt und ist mit dem Auto nicht zu erreichen.

Fahrer des BMW gesucht

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf einen BMW 850i mit dem Westerwälder Kennzeichen WW-ES-66, der bereits im September 1995 in Köln gestohlen wurde. Seine Farbe wurde jetzt als schwarz- metallic beschrieben. Nach Polizeiangaben haben Auswertung der Hinweise ergeben, daß sich das auffällige Auto bereits eine Woche lang in der Umgebung von Varel aufgehalten habe. Am 2. Januar sei eine 15jährige, die auf einem Radweg fuhr, von diesem aus einer Einfahrt kommenden, unbeleuchteten Wagen bedroht worden. Am Tag von Kims Verschwinden dann hatten zwei weitere Mädchen das Auto bemerkt und sich selbst vom Fahrer (Phantomzeichnung oben) beobachtet gefühlt. Das BMW-Modell ist nach Polizeiangaben nur 1500 mal gebaut worden.

Die zehnjährige Schülerin kehrte am Donnerstag nicht von einem Treffen mit Freundinnen zurück. Rund 700 Soldaten, Polizeibeamte und freiwillige Helfer hatten am Freitag mit Spürhunden die nähere Umgebung der Stadt am Jadebusen durchkämmt. Lediglich das Fahrrad des Mädchens, ihr Handschuh und eine Sprühpatrone mit Reizgas wurden unweit ihres Elternhauses im Ortsteil Langendamm gefunden.

Bereits das zweite Opfer?

Kim ist bereits das zweite Mädchen, das im Laufe eines halben Jahres im Oldenburger Land aus mysteriösen Motiven verschwand. Seit dem 11. Juni 1996 ist in Harbern (Kreis Oldenburg) die 13jährige Ulrike Everts aus Jeddeloh (Kreis Ammerland) spurlos verschwunden.. Von einem Ausflug mit einer Ponykutsche kam sie nicht zurück. "Wir arbeiten mit der Sonderkommission aus Jeddeloh zusammen, ein Zusammenhang ist aber nicht erkennbar", erklärte die Polizei in Varel. Fahndungsfoto: dpa

Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von jo