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Studienräte bis zu zwei Jahre an Hauptschulen abordnen

Bonn (dpa) - Philologen und auch Realschullehrer sollen nach neuen Plänen von Bund und Ländern auch gegen ihren Willen bis zu zwei Jahre an Hauptschulen eingesetzt werden können.

Dies sieht der Kompromiß über ein umfangreiches Änderungspaket zur Dienstrechtsreform vor, das gegenwärtig im Vermittlungsausschuß von Bundestag und Bundesrat abgestimmt wird. Durch diesen flexibleren Lehrereinsatz wollen die Länder den Unterrichtsausfall verringern. In früheren Entwürfen war eine solche Abordnung gegen den Willen des Betroffenen nur bis zu einem Jahr geplant.

Bei gleichen Bezügen "unterwertige" beschäftigt

Nach dem der dpa vorliegenden Verhandlungsergebnis soll es zur Abordnung von Beamten im Gesetz künftig heißen: "Aus dienstlichen Gründen kann der Beamte vorübergehend ganz oder teilweise auch zu einer nicht seinem Amt entsprechenden Tätigkeit abgeordnet werden, wenn ihm die Wahrnehmung der neuen Tätigkeit aufgrund seiner Vorbildung oder Berufsausbildung zuzumuten ist." Bislang scheiterte eine solche "unterwertige" Beschäftigung von Beamten in niedrigeren Besoldungsgruppen an Statusrechten, auch wenn - wie jetzt vorgesehen - die alten Bezüge weiter bezahlt werden.

Die Länder haben bei der Änderung des Gesetzes vor allem die Lehrer im Blick. Auch denken sie an "Teilabordnungen", bei denen Gymnasial- und Realschullehrer nur stundenweise an Hauptschulen eingesetzt werden können. Legt ein Beamter künftig gegen Abordnung oder Versetzung Widerspruch ein, so soll dies auch keine aufschiebende Wirkung mehr haben.

Bis auf die nach wie vor zwischen Bund und Ländern strittige Frage der Einstellung von Beamten auf Teilzeitstellen herrscht jetzt über die Dienstrechtsrechtreform Einvernehmen. Ende Januar soll im Vermittlungsausschuß versucht werden, auch diese letzte Hürde aus dem Weg zu räumen.


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von jo