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Ex-Staatspräsident Cossiga war an Bord:

Hochgeschwindigkeitszug entgleist

Piacenza (dpa) - Beim Entgleisen eines Hochgeschwindigkeitszuges in der Nähe der norditalienischen Stadt Piacenza sind am Sonntag acht Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 25 Fahrgäste wurden verletzt.

An Bord des Zuges befand sich auch der frühere italienische Staatspräsident Francesco Cossiga, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Restaurantwagen aufhielt und mit dem Schrecken davonkam. Ich habe nichts gemerkt. Plötzlich gab es einen starken Aufprall und ich bin zu Boden gestürzt", berichtete Cossiga.

Der brandneue "Pendolino" vom Typ Etr 460 "Eurostar" war auf der Strecke von Mailand nach Rom unterwegs. Die in einer Kurve gelegene Strecke, an der das Unglück geschah, passiert er üblicherweise mit 110 bis 130 Stundenkilometern. Der Zug erreicht Spitzengeschwindigkeiten von 250 Kilometer pro Stunde.

Den ersten Rettungskräften, die am Unfallort eintrafen, bot sich ein Bild des Grauens. Sie fanden in den völlig zertrümmerten Waggons zerstückelte Körperteile der Opfer. Unter den Toten sind die beiden Lokführer des Zuges. Die anderen Opfer konnten bis zum frühen Abend nicht identifiziert werden. Der Unfall geschah um 13.30 Uhr rund 300 Meter vor dem Bahnhof von Piacenza. Sieben Waggons an der Spitze des Zuges entgleisten. Für den reservierungspflichtigen "Pendolino" 9415 lagen 167 Platzbestellungen vor.

Überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache?

"Der Zug fuhr sehr, sehr schnell und hat sich auf einmal quergelegt", erzählte ein Zugbegleiter. Die Bahnlinie zwischen Mailand und Rom wurde in Höhe von Piacenza in beiden Richtungen gesperrt, die Fernzüge mußten umgeleitet werden. Über die Ursachen des schweren Unglücks gab es zunächst keine gesicherten Erkenntnisse. Überhöhte Geschwindigkeit in der Kurve wurde als Unfallursache nicht ausgeschlossen. Foto: AP

Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von jo