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. . . Kims Mörder auf der Flucht

Um 00.20 Uhr erkannte den Angaben zufolge ein Lkw-Fahrer den Wagen auf einem Rastplatz der A2 bei Hamm. Als der Fahrer auf das Auto zugegangen sei, sei er von zwei Männern mit einer Waffe bedroht worden, hieß es. Die Polizei warnte etwaige Zeugen deshalb davor, sich dem Fahrzeug zu nähern.

Polizeisprecher Gerold Köster bat außerdem darum, nur ernstzunehmende Hinweise abzugeben: "Bei uns laufen Meldungen auf, wonach der Wagen zeitgleich in Nord- und Süddeutschland gesehen wurde." Ingesamt seien bis Montag mittag mehr als 600 Hinweise eingegangen, etwa zwei Drittel davon richteten sich auf den BMW.

Die Behörden hatten auch ein Phantombild des Fahrers veröffentlicht. Es entstand aufgrund der Aussagen zweier Mädchen aus der Ortschaft Dangastermoor bei Varel, die sich von dem Fahrer eines dunklen BMW beobachtet gefühlt hatten. Bei der Polizei meldete sich inzwischen auch eine 16jährige mit der Aussage, sie sei am 2. Januar nahe der Stelle, wo Kim verschwand, von einem Mann in einem solchen Auto bedroht worden.

Polizeipsychologin hält Auftragsarbeit für möglich

Die kleine Kim war am Freitag in einem Waldstück bei Amsterdam tot aufgefunden worden. Laut Obduktion erstickte sie, sexuell mißbraucht wurde sie offenbar nicht. Die Polizei geht von Mord aus und ermittelt nach eigenen Angaben in alle Richtungen. Weiter hieß es, der Fundort der Toten sei nicht mit dem Tatort identisch. Der mutmaßliche Mörder müsse das Kind in das Waldstück getragen haben, denn mit dem Auto sei der Ort nicht zugänglich. Die Leiche soll nach Deutschland übergeführt werden, sobald die Staatsanwaltschaft in den Niederlanden sie freigibt.

Die Psychologin Eva-Maria Wiegel von der Landespolizeischule Hannoversch Münden sagte der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" (Montagausgabe), es könnte sich bei der Entführung um professionelle Auftragsarbeit handeln. Die frühe Fahndung habe dies offenbar vereitelt, deshalb habe das Mädchen verschwinden müssen. "Das sind keine Triebtäter", erklärte die Psychologin. Junge Mädchen seien beliebte Handelsware, fügte sie hinzu und verwies auf Produzenten von Kinderpornos und Bordelle für Pädophile.

Zweite Entführung binnen eines halben Jahres

Kims Eltern hatten ihre Tochter am Donnerstag abend als vermißt gemeldet, nachdem sie von einem Besuch bei einer Freundin nicht heimgekommen war. Nur 60 Meter von Kims Elternhaus entfernt entdeckte ein Freund der Familie am Donnerstag das Fahrrad des Kindes. Dort fanden sich zudem ein Handschuh und eine Sprühdose mit Reizgas.

Es ist das zweite Mal binnen eines halben Jahres, daß im Oldenburger Land ein Mädchen entführt wurde. Im Juni verschwand die 13jährige Ulrike Everts bei Wardenburg spurlos. Fotos: AP/dpa


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von aj