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In Deutschland werden mehr als 700 Kinder vermißt

Wiesbaden/Varel (dpa) - Mehr als 700 Kinder gelten derzeit in Deutschland als verschwunden. In den Karteien des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden sind 423 Jungen und 305 Mädchen als vermißt gemeldet. Diese Zahlen enthalten kurzfristige Ausreißer ebenso wie Kinder, die schon seit längerer Zeit verschwunden sind. Mitgezählt werden auch vermißte Kinder aus anderen Ländern, wenn die dortigen Polizeibehörden irgendwelche Spuren nach Deutschland entdeckt haben.

Neben den verschwundenen Kindern werden in Deutschland auch 989 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren vermißt und 3á597 Erwachsene.

Das BKA will nicht darüber spekulieren, ob die vermißten Kinder Opfer von Verbrechen geworden sind. "Dazu können wir keine Aussage machen", hieß es am Montag. BKA-Sprecher Jürgen Stoltenow wies eindringlich darauf hin, daß die Zahlen nichts über die Hintergründe des Verschwindens aussagen und deshalb auch keine Parallelen zum Fall der getöteten zehnjährigen Kim aus Varel in Niedersachsen gezogen werden können: "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun."

Zu den ungeklärten Fällen gehört auch das Schicksal der 13 Jahre alten Ulrike Everts. Sie verschwand im Juni 1996 im Oldenburger Land unter mysteriösen Umständen. Ein Zusammenhang zu dem Mord an Kim aus Varel, das nur 40 Kilometer entfernt liegt, ist nach Polizeiangaben derzeit nicht erkennbar, jedoch nicht auszuschließen. Auch von Seike Sörensen aus Nordfriesland (Schleswig-Holstein) fehlt noch immer jede Spur. Das elfjährige Mädchen verschwand bereits im August 1993.

Im Herbst vergangenen Jahres hatten die deutschen Behörden die Akten vermißter Kinder auch auf mögliche Parallelen zu den Fällen von Kinderschändungen in Belgien überprüft. Anhaltspunkte für Zusammenhänge hatten sich jedoch nicht ergeben.


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von aj