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Frachter mit Atommüll

Nuklearer Abfall von Frankreich nach Japan unterwegs

Cherbourg (dpa) - Unter dem Protest von Umweltschützern ist am Montag der mit französischem Atommüll beladene britische Frachter "Pacific Teal" vom französischen Hafen Cherbourg nach Japan ausgelaufen. Der atomare Abfall aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague wurde in 40 Glasblöcke eingeschlossen und in zwei Spezial-Containern verschifft. Die Wiederaufarbeitungsfirma Cogema wolle die Fahrtroute erst am Dienstag bekanntgeben, kündigte ein Sprecher an. Gegen einen ähnlichen Transport vor zwei Jahren hatte die internationale Umweltschutzorganisation Greenpeace in mehreren Ländern entlang der Route protestiert.

Das Ablegen des Atommüllschiffes wurde von einer friedlichen Demonstration von Greenpeace-Mitgliedern begleitet. "Frankreich ist kein nuklearer Mülleimer" hieß es auf einem ihrer Transparente. Der Transport sei mit enormen Risiken verbunden. Dagegen verwies Cogema darauf, daß das Spezialschiff besonders sicher und mit einem doppelten Rumpf ausgestattet sei. Der Transport werde zwar nicht eskortiert, aber auf der gesamten Strecke von Satelliten überwacht.

Weitere Transporte geplant

Das britische Spezialschiff verließ den Bretagne-Hafen Cherbourg schon im Morgengrauen. Die je 400 Kilogramm schweren Blöcke sind in zwei Spezialcontainern gelagert, die in der Nacht unter strengem Polizeischutz auf das Schiff verladen worden waren. Nach Angaben der Betreiberfirma Cogema verlief die Verladung ohne Probleme.

Das radioaktive Material stammt aus abgebrannten Brennelementen japanischer Atomkraftwerke und wird nach der Verarbeitung in Frankreich nach Japan zurückgebracht. Cogema-Abteilungsdirektor Jean- Louis Ricaud sagte, im Rhythmus von ein bis zwei Jahren sollten je zwei bis vier Container nach Japan transportiert werden.

Fahrtroute geheim

Zu der Fahrtroute sagte er am Montag nur, daß es drei Varianten gebe: durch die Karibik und den Panamakanal beziehungsweise um die Südspitze Südamerikas herum in den Pazifik oder aber um Afrika durch den Indischen Ozean. Greenpeace kritisierte in einer Erklärung die vorläufige Geheimhaltung der Route als unverantwortlich.

Die "Pacific Teal" gehört der britischen Reederei Pacific Nuclear Transport Limited (PNTL), einer Tochtergesellschaft des Atomunternehmens British Nuclear Fuel Limited (BNFL) mit Beteiligung der Cogema. Fotos: Reuter/dpa


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von aj