IVWPixel Zählpixel

. . . 1000 Hinweise - Keine heiße Spur

Der Großteil der Anrufe beziehe sich auf den Wagen, mit dem die Zehnjährige am vergangenen Donnerstag vermutlich verschleppt worden war. Klamandt berichtete, viele der inzwischen rund 1.000 Hinweise seien in sich widersprüchlich. "Möglicherweise haben der oder die Fahrer das Kennzeichen inzwischen auch ausgetauscht oder fahren gar nicht mehr mit dem Auto", sagte Klamandt.

Am Morgen hatte die Polizei Tankstellenpächter aufgerufen, auf den Wagen zu achten. "Wir haben die Pächter gebeten, die Videos, die an vielen Tankstellen aufgenommen werden, zu überprüfen," sagte die Sprecherin. Es habe sich aber auch hier kein konkreter Anhaltspunkt ergeben.

In der Nacht zum Montag war das Fahrzeug auf Autobahnen in Norddeutschland gesehen worden. Vor allem der Hinweis eines Lastwagenfahrers veranlaßte die Polizei zu einer Großfahndung mit zahlreichen Straßenkontrollen. Der Fahrer hatte berichtet, gegen 00.20 Uhr den Wagen auf einem Rastplatz der A 2 bei Hamm erkannt zu haben. Als er sich dem Auto habe nähern wollen, sei er von zwei Männern mit einer Waffe bedroht worden. "Lkw-Fahrer in ganz Deutschland nehmen jetzt an der Suche teil", sagte Klamandt.

Vermutungen über Kinderhändler "Spekulation"

Über das Tatmotiv gibt es der Polizei zufolge nach wie vor keine Klarheit. Vermutungen, daß ein Kinderhändlerring dahinter stecke, wurden als reine Spekulation bezeichnet. Die Psychologin Eva-Maria Wiegel von der Landespolizeischule Hannoversch Münden hatte erklärt, es könne sich um professionelle Auftragsarbeit handeln. Junge Mädchen seien beliebte Handelsware, fügte sie hinzu und verwies auf Produzenten von Kinderpornos und auf Kinderbordelle.

Die Leiche der Zehnjährigen war am Freitag in einem Wald bei Amsterdam aufgefunden worden. Laut Obduktion war das Mädchen erstickt. Es war offenbar nicht sexuell mißbraucht worden. Weiter hieß es, Fund- und Tatort seien nicht identisch. Die Polizei geht von Mord aus.

Handschuh und Sprühdose mit Reizgas

Kims Eltern hatten ihre Tochter vermißt gemeldet, nachdem sie von einem Besuch bei einer Freundin nicht nach Hause gekommen war. Nur 60 Meter von Kims Elternhaus entfernt entdeckte ein Freund der Familie das Fahrrad des Kindes sowie einen Handschuh und eine Sprühdose mit Reizgas. Am Tag von Kims Verschwindens hatten sich in einem Nachbarort zwei Mädchen von dem Fahrer eines dunklen BMW beobachtet gefühlt. Am 2. Januar ist der Polizei zufolge in Varel eine 16jährige aus einem solchen Auto heraus bedroht worden.

Bereits seit Juni vergangenen Jahres wird in der Region die 13jährige Ulrike Everts vermißt. Von einem Ausflug mit einer Ponykutsche waren Pferd und Wagen allein zurückgekehrt. Die Sonderkommission "Kutsche" ist nach Angaben der Vareler Polizei audch an den Ermittlungen im Fall Kim beteiligt. Auch zwei niederländische Beamte arbeiten mit. Fotos: dpa


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von aj