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Intel mit Rekordgewinn

Nachfrageschub - Aber schwaches Wachstum in Deutschland

Santa Clara/München (dpa) - Der weltgrößte Halbleiterhersteller Intel Corp (Santa Clara/California) hat 1996 seinen steilen Wachstumskurs fortgesetzt. Durch einen Nachfrageschub bei Pentium- und Pentium Pro-Chips verbuchte der US-Konzern nach Angaben von Intel-Chef Andrew Grove einen Gewinnanstieg um 45 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (7,8 Milliarden DM). Der Konzernumsatz kletterte um 29 Prozent auf 20,8 Milliarden Dollar (31,2 Milliarden DM). Damit fielen die Ergebnisse erheblich besser aus als in der Wall Street erwartet worden war.

Äußerst schwach war dagegen das Wachstum in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Der Umsatz nahm Intel zufolge lediglich um zwei Prozent auf rund 1,9 Milliarden DM zu. Joachim Rissmann, Geschäftsführer der für diese Märkte zuständigen Intel GmbH (München), sagte der dpa am Mittwoch, der Grund liege in der flauen Konjunktur des Personal-Computer-Marktes, der vor allem in Deutschland langsamer gewachsen sei als in den meisten anderen europäischen Ländern. Außerdem habe die Pleite der PC-Handelskette Escom sich negativ auf den Markt ausgewirkt.

Umsatzanstieg um 30 Prozent in Europa

In Europa erreichte Intel dagegen insgesamt einen Umsatzanstieg um 30 Prozent auf umgerechnet rund neun Milliarden DM, berichtete Europa-Chef Hans Geyer. Die höchsten Zuwachsraten wurden in Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien erzielt. Während der Anteil des Europa-Geschäfts am Konzernumsatz bei 28 Prozent blieb, nahm das Gewicht der Asien-Pazifik-Region mit 18 (12) Prozent stark zu. Der Anteil des US-Geschäfts fiel auf 42 (49) Prozent. Lateinamerika steuerte zwölf (elf) Prozent bei.

Intel-Chef Grove führte die hohe Chip-Nachfrage zum einen auf das andauernde Wachstum des weltweiten Computernetzes Internet zurück, aber auch auf das rasche Vordringen der Personal Computer in asiatischen und anderen Schwellenländern, auf den Beginn einer Computer-Modernisierungswelle bei Unternehmen und die zunehmende Rolle der PCs als Telekommunikationsgeräte. Für 1997 kündigte Grove an, daß die Investitionen auf eine Rekordhöhe von umgerechnet rund 6,8 Milliarden DM steigen werden. Ein Großteil fließt in neue Werke in den USA, in Irland und Israel.

Rasanter Start in 1997

Zum Jahresbeginn 1997 will der US-Konzern, dessen Mikroprozessoren in mehr als 80 Prozent aller PCs zu finden sind, einen rasanten Start vorlegen. Der Umsatz im ersten Quartal soll ebenso hoch ausfallen wie im starken Schlußquartal 1996, in dem die Erlöse um 41 Prozent auf umgerechnet 9,6 Milliarden DM stiegen. Auch in Deutschland habe eine Nachfragebelebung eingesetzt, sagte Intel-Geschäftsführer Rissmann. Vor wenigen Tagen hat Intel seinen Multimediachip MMX vorgestellt, der besonders die Video- und Audio-Fähigkeiten eines PCs erweitert. Von den neuen MMX-Computern verspricht sich die PC-Branche in diesem Jahr starke Wachstumsimpulse. Die meisten PC-Hersteller haben bereits leistungsstarke PCs mit dem MMX-Chip im Angebot.

Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von aj