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. . . Digitales Fotografieren

Was auf die Kunden zukommt, ist nicht zuletzt eine Masse an Wortkreationen aus der Computerbranche: Von Pixeln und Megabyte ist im Zusammenhang mit digitaler Fotografie fast ständig die Rede. Grundsätzlich wird allerdings immer noch mit Licht fotografiert - auf dem bekannten Silberfilm oder auf Speicherplatten. Und ob die eine Technik die andere schon bald komplett ablösen wird, ist ohnehin fraglich: Bis das so häufig herbeiorakelte Ende des Zelluloid-Films da sei, dürfte es noch geraume Zeit dauern, so Martin Knapp vom Arbeitskreis digitale Fotografie in Düsseldorf gegenüber "ComputerFoto".

Licht und Sammellinse sind jedenfalls weiterhin in der Fotografie unentbehrlich. Anstelle des Silberkorns eines herkömmlichen Films tritt nun jedoch ein "picture element", kurz Pixel genannt, das die Bildinformation speichert. Je mehr Pixels sich auf einer Fläche tummeln, desto höher ist das Auflösungsvermögen des Datenträgers und umso höher wird die Qualität des Fotos.

Jeder Lichteinfall wird in Pixel gefiltert

CCD-Elemente (Charged Cupled Device) der digitalen Kameras liefern diese Pixel. Bei einem gewissen Lichteinfall von einer bestimmten Dauer laden sich die Pixel elektronisch auf.

Diese Spannung, bekannt bei analogen Bildaufzeichnungssytemen wie Video, sorgt für eine stufenlose Unterteilung in Hell- und Dunkelwerte. Keine Spannung bedeutet dunkler Bildpunkt. Je mehr Spannung anliegt, desto heller wird dieser Bildteil. Der erste Schritt der digitalen Fotografie ist eine analoge Helligkeitsspeicherung. Die Spannungen der Pixel haben Grenzwerte von beispielsweise 0 Volt (schwarz) und 1 Volt (weiß), wobei unendlich viele Zwischenspannungen möglich sind, die als unterschiedliche Grauwerte wiedergegeben werden.

Um nun diese analog vorliegende Information einem Computer verständlich zu machen, müssen sie digitalisiert werden. Dabei kommt ein Analog-Digitalwandler (AD-Wandler) zum Einsatz. Er setzt die Grenzwerte erneut für schwarz und weiß fest und unterteilt nochmals in Zwischenstufen. Damit Farbe ins Spiel kommt, werden Filter schon bei der Aufnahme in den Grundfarben Rot-Grün-Blau eingesetzt. Jeder Lichteinfall auf die Pixel wird gefiltert.

Scan- und Chipkameras

Zur fotorealistischen Darstellung muß jede Grundfarbe in 256 Helligkeitssabstufungen unterteilt werden. Um alle Schattierungen einer Grundfarbe festhalten zu können, sind acht Bit nötig. Das ganze mal drei für jede Grundfarbe macht 24 Bit, so die in München erscheinende Fachzeitschrift "Chip" in ihrem Sonderheft "Digitale Fotografie". Professionelle Digitalkameras arbeiten mittlerweile schon mit 14 Bit pro Grundfarbe, was bereits sehr detaillierte Abstufungen einer Grundfarbe möglich macht.

Zwei unterschiedliche Aufnahmeverfahren finden bei digitalen Kameras Verwendung. Zum einen Scannerkameras, die wie Flachbrettscanner die Filmebene Zeile für Zeile abtasten. Aufgrund der langen Scanzeiten können diese Kameras nicht bei bewegten Motiven zum Einsatz kommen. Der Vorteil liegt im hohem Auflösungsvermögen und im Preisvorteil gegenüber Chipkameras. Scankameras sind jedoch nur etwas für professionelle Studiofotografen mit entsprechendem Computer-Equipment. Chipkameras ermöglichen kurze Belichtungszeiten und funktionieren ähnlich wie Videokameras. Ein weiterer Vorteil ist die schnelle Übertragung der Bilder von Kamera zum Rechner, natürlich mit Einbußen in Punkto Auflösung.

Bearbeitung am Computer

Viele digitale Amateur-Kompaktkameras arbeiten mit einem Chip. Die Preisspanne liegt zwischen 700 und 10 000 Mark. Wobei der Preis etwa auch von der Bildspeicherkapazität abhängt. Wesentlich teurer als Kompaktkameras sind die digitalen Spiegelreflex-Apparate, für die laut "ComputerFoto" noch rund 15 000 Mark bezahlt werden muß.

Das elektronische Bild wird aber erst mit der Bearbeitung am Computer interessant. Jetzt kommt der Vorteil der neuen Technik zum tragen: Das Bild kann fast beliebig verändert und verfremdet werden. Alle Kameras sind mit Mac oder PC kompatibel. Um das digitale Bild weiter zu bearbeiten, ist einige Rechnerleistung vonnöten. Ein 386er PC mit 130 Megabyte (MB) Festplatte ist hoffnungslos überfordert. Pentiumrechner mit mindestens 16 MB-Arbeitsspeicher und einer ausreichend großen Festplatte (Minimum 800 MB) sind unumgänglich.

Fotofachlabor besser als büroübliche Drucker

Das Bild wird fotografiert, in den Rechner geladen und bearbeitet. Um das Ergebnis nicht nur auf dem Bildschirm betrachten zu können, muß es ausgedruckt werden. Das Auflösungsvermögen eines Druckers ist für die Qualität des ausgedruckten Bildes ausschlaggebend. Großformatige, hochwertige Fotos lassen sich mit büroüblichen Druckern kaum bewerkstelligen, so das Sonderheft "Digitale Fotografie" der Fachzeitschrift "Chip". In diesem Fall läßt sich der Gang zum Fotofachlabor kaum vermeiden. Fotos: dpa

Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von aj