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"East 17" wirft Leadsänger raus

London (dpa) - Die britische Pop-Band "East 17" will Leadsänger Brian Harvey loswerden. Hintergrund sind umstrittene Äußerungen Harveys über die Designerdroge Ecstasy. In einer Pressemitteilung erklärten die drei übrigen Mitglieder der erfolgreichen Teenie-Band am Freitag abend, sie könnten Harveys Verhalten "nicht akzeptieren." Drogenkonsum könne nicht "gutgeheißen" werden.

Harvey hatte in Großbritannien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Nach heftiger Kritik von Politikern, Radiohörern und Angehörigen mehrerer Drogenopfer sowie Boykottdrohungen von Sendern entschuldigte sich der 22jährige Musiker allerdings für seine Bemerkungen. Er hatte in einem Rundfunkinterview erklärt: "Langfristig gesehen ist das eine sichere Droge, die keinem irgendwelchen Schaden zufügt". Sie mache "bessere Menschen" aus denen, die sie schlucken, behauptete der Sänger. Er habe selbst schon bis zu zwölf dieser Pillen in einer Nacht genommen, behauptete er.

Entschuldigung half auch nichts mehr

Stunden später appellierte er allerdings über seine Plattenfirma an die überwiegend jugendlichen Fans: "Nehmt kein Ecstasy - Es kann euch töten". Er entschuldigte sich für seine frühere Äußerung. "Jetzt weiß ich mehr über die tödlichen Gefahren von Ecstasy und begreife, daß ich völlig daneben gelegen habe." Premierminister John Major hatte im Unterhaus die Äußerungen des Popstars als völlig falsch kritisiert. Allein in Großbritannien sind in den vergangenen Monaten mehrere Teenager nach dem Genuß von Ecstasy-Tabletten ums Leben gekommen. Unter Fachleuten ist die Gefährlichkeit dieser synthetischen Droge unbestritten. Foto: Reuter

Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von jo