IVWPixel Zählpixel

Naschwerk bleibt erschwinglich

Süßwarenbranche mit gedämpften Umsatzerwartungen

Köln (AP) - Naschkatzen müssen auch künftig nicht mit spürbaren Preiserhöhungen für Süßigkeiten rechnen. Es sei längst nicht sicher, ob die von einigen Schokoladenherstellern angekündigten leichten Verteuerungen ihrer Produkte auch durchsetzbar seien, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie, Bernd Monheim, am Dienstag in Köln. Vor der am Sonntag beginnenden Internationalen Süßwarenmesse (ISM) erklärte Monheim, die Branche gehe mit gedämpften Umsatzerwartungen in das Jahr.

1996 blieb das Geschäft mit Süßwaren "ohne den erhofften Schwung", wie der Verbandschef beklagte. Zwar wurden mengenmäßig 2,2 Prozent mehr umgesetzt als 1995, die Preise im Handel blieben jedoch auf Vorjahresniveau. Auf der bis Ende Januar dauernden ISM in Köln zeigen 1.362 Aussteller aus 60 Ländern ihre Produkte aus Schokolade und Zucker sowie Dauerbackwaren, Knabberartikel und Eiscreme.

Knabber- und Snackartikel sorgten 1996 für Aufwind, dagegen war der Verkauf von Pralinen leicht rückläufig. Der Bundesverband drückte die Hoffnung aus, daß die Steuerpolitik von Finanzminister Theo Waigel "die Lust auf Süßwaren hoffentlich wieder ansteigen läßt". Doch Monheim sagte auch: "Gerade in schlechten Zeiten werden verstärkt Süßwaren gegessen. Das hat uns oft geholfen".

Zahlen zum Pro-Kopf-Verzehr und zum Gesamtumsatz der Branche liegen für das 1996 noch nicht vor. An der Spitze der Abnehmer für Süßes aus deutschen Landen steht nach wie vor Rußland, dessen Bevölkerung im ersten Halbjahr 60.000 Tonnen für 265 Millionen Mark kaufte. Insgesamt beliefen sich die Ausfuhren im ersten Halbjahr auf 620 Millionen. In zahlreichen Ländern Osteuropas entstehen nach den Worten Monheims allerdings neue Produktionsstätten, die die eigenen Märkte bedienen. Graphik: Reuter


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von aj