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Sekulieren wie an der Wall Street:

Börsenfieber im Internet

Berlin (gms) - Kurz nachdem an der Frankfurter Börse die ersten Aktien gehandelt wurden, werden die Kurse ins Internet eingespeist. Datenpakete bahnen sich ihren Weg durch Telefonleitungen, werden von Computerprogrammen formatiert und mit Zusatzinfos angereichert, um schließlich auf Rechnern von Banken, Sparkassen und Investmentfirmen abrufbereit zwischenzulagern. Informationen, wie sie bis vor kurzem nur Börsenprofis zur Verfügung standen, sind heute für jeden Internet-Benutzer kostenlos verfügbar.

So läßt sich beispielsweise die aktuelle Kursentwicklung der Telekom-Aktie unter "http://www.exchange.de/ realtime/telekomd.html" mit 15minütiger Verspätung am PC verfolgen. Die Gruppe Deutsche Börse bietet auf ihrer Website "http://www.exchange.de" eine Übersicht über die wichtigsten Börsen-Indizes des Tages, während eine Kamera ein regelmäßig aktualisiertes Bild aus dem Frankfurter Börsensaal ins World Wide Web einspeist.

Über das Internet-Angebot der Deutschen Bank unter "http://www.deutsche-bank.de/" lassen sich neben den Kursen der wichtigsten deutschen Aktien die aktuellen Kurse von Optionsscheinen abrufen. Dabei stellen die Anbieter von Börseninformationen nicht nur die "nackten" Aktienkurse bereit, sondern liefern oft auch die dazugehörigen Charts, an denen sich die Entwicklung einer Aktie ablesen läßt und so Prognosen über einen möglichen Trend beim weiteren Kursverlauf ermöglichen.

Börsenprofis wissen, das neben Glück vor allem Informationen zur wirtschaftlichen Lage sowie Unternehmens- und Branchennachrichten das Fundament für erfolgreiches Spekulieren bilden. Schon bevor sie am nächsten Tag in der Zeitung stehen, lassen sich die Meldungen des Wirtschaftsnachrichtendienstes vwd unter "http://www.vwd.de/" im Internet lesen, dazu gibt es noch Investmentfondpreise und die wichtigsten Finanzindikatoren.

Gold, Devisen und Aktien

Umfangreich und gut strukturiert präsentiert sich der Service von Financial Networks unter "http://www.fnet.de/", der trotz des englischen Namens in deutscher Sprache ist. Neben einer Chartdatenbank gibt es Wissenswertes zu Gold, Devisen und Aktien, sowie Infos und Links zu Banken, Börsen, Fonds, Versicherungen und Immobilienangeboten.

Dermaßen mit Informationen gespickt können Hobbybörsianer gleich aktiv werden. Seit wenigen Wochen bieten der Discount Broker Consors aus Nürnberg unter "http://www.consors.de" und die Direkt Anlage Bank "http://www.diraba.de/" Börsengeschäfte per Internet an. Bei Consors können Börseninteressierte in verschiedenen Foren zu DAX-Werten, Nebenwerten oder Neuemissionen mit Gleichgesinnten Erfahrungen austauschen oder Fragen stellen. Besonders stolz ist Consors auf die hohe Geschwindigkeit des Systems: "Bereits fünf bis zehn Minuten nach Aufgabe der Order können unsere Kunden überprüfen, zu welchen Kursen ihre Aktien ge- oder verkauft wurden", verspricht Pressesprecher Karl Matthäus Schmidt.

Kundenfreundliche Benutzerführung

Kundenfreundlich ist die Benutzerführung der Bank24 unter "http://www.bank24.de/welcome.html". Auch Internet-Neulinge erhalten schnell und verständlich alle wichtigen Erläuterungen zum Thema Online-Banking. Alle Anbieter locken ihre Kunden mit geringen Gebühren bei Online-Börsengeschäften. Im Vergleich zu Geldinstituten, die beim Kauf und Verkauf von Aktien jeweils eine Provision von rund einem Prozent verlangen, geben sich die Discount Broker mit weniger als der Hälfte zufrieden. Damit ist Online-Banking noch preiswerter als Bankgeschäfte per Telefon.

Die Grundvoraussetzungen für Online-Börsengeschäfte per Internet sind bei allen drei Anbietern gleich. Wer einen PC, ein Modem und einen Online-Anschluß besitzt, kann nach der Anmeldung des Kontos, die über die Post erfolgt, sofort loslegen. Der Online-Kunde erhält eine Kunden- und Kontennummer, eine persönliche Geheimzahl (PIN) und muß bei jedem Auftrag an die Bank noch eine zusätzliche Transaktionsnummer (TAN) eingeben.

Sicherheitsrisiken nicht vollständig geklärt

Nicht vollständig geklärt sind die Sicherheitsrisiken von Online-Börsengeschäften. Die Online-Banken setzen auf identische Verschlüsselungstechnologien der deutschen Firma Brokat, sowie die verschiedenen Geheim- und Transaktionszahlen. Obwohl die Verschlüsselungcodes gemeinhin als "einbruchsicher" gelten, ist es Hackern immer wieder gelungen, vermeintlich gesicherte Informationen abzufangen und in fremden Datenbeständen zu wildern. "100 Prozent Sicherheit gibt es nicht", sagt Wolf Brandes von der Stiftung Warentest in Berlin. Dennoch hält er das Sicherheitsrisiko bei Bank-und Börsengeschäft im Internet für vergleichsweise gering.

Wegen der niedrigen Gebühren sind Börsengeschäfte im Internet vor allem für solche Hobbybörsianer interessant, die gerne schnell kaufen und verkaufen, um so von den Ab- und Aufwärtsbewegungen an den Börsen zu profitieren. Wer dagegen eher auf Dividenden oder festverzinsliche Wertpapiere setzt und wenig Umschichtungen in seinem Depot vornimmt, sollte besonders die Grundgebühren für die Depotverwaltung genau unter die Lupe nehmen und mit den Konditionen seiner Bank vergleichen.

Börsenspiel

Wer zunächst etwas üben möchte, kann sich an diversen Börsenspielen im Internet beteiligen. Beim Börsentraining der Bayerischen Vereinsbank unter "http://www.vereinsbank.de" bekommt der Spieler 150 000 Mark Spielgeld. Damit kann dann nach Lust und Laune spekuliert werden.

Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von aj