IVWPixel Zählpixel

. . . 5200 Import-Rinder werden geschlachtet

Der Bund wolle mit Einverständnis der Länder unverzüglich eine Eilverordnung zur Notschlachtung der Tiere erlassen, sagte der Staatssekretär. Deren Nachkommen sollten aber erst getötet werden, wenn zweifelsfrei geklärt sei, daß es sich bei dem im Dezember bei Höxter an BSE verendeten Tier tatsächlich um ein F1-Rind gehandelt habe. Daran bestünden Zweifel, weil die Mutter dieses Rindes in die Niederlande importiert worden sei und dort gesund geschlachtet wurde. Es habe außerdem noch nie einen Fall gegeben, in dem eine symptomfreie Kuh ihrem Kind BSE übertragen habe. Bekannt seien lediglich Fälle, in denen ein BSE-krankes Tier die Seuche an sein letztes Kalb weitergegeben habe. Außerdem lasse das Ohr des verendeten Tieres den Verdacht zu, daß die Markierung möglicherweise verändert worden sei.


Gen-Analyse

Um die Herkunft des BSE-Rindes zu klären, soll in den nächsten Tagen eine Gen-Analyse vorgenommen werden. Dazu müßten jedoch Verwandte des toten Tieres gefunden werden, sagte Feiter. Auf dem Hof im Kreis Höxter, von dem das eingegangene Tier stammte, wurde am Mittwoch der gesamte Bestand von zehn Galloway-Rindern getötet. Die Kadaver sollen auf BSE-Erreger untersucht werden. Der Eigentümer der getöteten Galloway-Herde wurde nach Drohungen vorsorglich unter Polizeischutz gestellt.

Bundeslandwirtschaftsminister Jochen Borchert (CDU) und der Deutsche Bauernverband forderten im Saarländischen Rundfunk einen einheitlichen EU-Rinderpaß. Damit ließe sich verfolgen, wann ein Tier wo geboren und wie es weitergehandelt wurde. Borchert betonte, daß die deutschen Verbraucher weiter unbesorgt sein könnten. Das an BSE zugrunde gegangene Rind gehöre zu einer Risikogruppe, die unter Kontrolle stehe. Auch der Präsident des Bauernverbandes, Konstantin Freiherr Heereman, sagte im WDR, deutsches Rindfleisch sei BSE-frei. Es müsse nun dafür gesorgt werden, daß kein Fleisch von Galloway-Rindern in den Nahrungsmittelkreislauf gelange.

Tierschutzbund gegen vorschnelles abschlachten

Unterdessen wandte sich der Tierschutzbund dagegen, alle Import-Rinder vorschnell abzuschlachten. Dies diene nur dazu, die Verbraucher in Sicherheit zu wiegen und einen erneuten Einbruch des Rindfleischmarktes zu verhindern. Am Dienstag hatte Borcherts Ministerium bestätigt, daß ein Ende Dezember in Ostwestfalen verendetes Galloway-Rind mit BSE infiziert war. BSE steht im Verdacht, bei Menschen die tödlich verlaufende Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auszulösen. Graphik: Reuter, Foto: AP

Letzte Änderung: 08.04.1997 18:08 von aj