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Ermittlung gegen Compuserve eingestellt

München, 25. Januar (AFP) - Die Münchner Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen den Online-Anbieter Compuserve eingestellt. Gegen den Geschäftsführer von Compuserve Deutschland, Felix Somm, war wegen des Verdachts ermittelt worden, das Unternehmen sei für die Verbreitung von strafbaren Schriften pornographischen Inhalts im weltweiten Computernetzwerk Internet mitverantwortlich.

Somm betonte in einer Stellungnahme, nach dieser Entscheidung könne die ganze Branche "aufatmen". Die "künftige Entwicklung des Online-Standortes Deutschland wird davon positiv beeinflußt".

Keine Verantwortung für die Inhalte

Auf Veranlassung der Justiz hatte Compuserve im Dezember 1995 den Zugang zu 200 "Newsgruppen" gesperrt, um den Zugang zu Angeboten mit Kinderpornographie und Sodomie zu verhindern. Diese Sperre war später jedoch teilweise wieder rückgängig gemacht worden. Bei ihren Ermittlungen gegen Somm ging die Staatsanwaltschaft München I davon aus, Compuserve trage eine Mitverantwortung für die Daten, die über seinen Zugang im Internet verbreitet werden. Die Firma lehnte eine solche Verantwortung ab und betonte, sie habe "keinen direkten oder korrigierenden Einfluß" auf die Internet-Inhalte.

80% der Bilder in Newsgroups pornografisch

Nach Meinung von Experten sind zwei Prozent der Internet-Angebote in Deutschland strafbar. 80 Prozent der Bilder, die in den Newsgruppen verbreitet und ausgetauscht werden, sind ausländischen Untersuchungen zufolge pornographischen Inhalts. Außerdem fänden sich im Internet gewaltverherrlichende und extremistische Inhalte. Compuserve ist in Deutschland mit 335 :000 Abonnenten nach T-Online der zweitgrößte Online-Anbieter und sitzt in Unterhaching bei München. Weltweit hat Compuserve über fünf Millionen Kunden.

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Letzte Änderung: 08.04.1997 18:09 von jo