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  • Siehe auch: BSE und "Creutzfeldt-Jakob" ähneln sich

    Anhaltspunkte für Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung:

    41jährige wird obduziert

    Familie einverstanden - Ergebnisse in einigen Wochen erwartet

    Kiel (AP) - Mit Einverständnis ihrer Familie wird eine 41jährige Frau aus Nordfriesland obduziert, die möglicherweise an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) gestorben ist. Die schleswig-holsteinische Gesundheitsministerin Heide Moser erklärte am Montag in Kiel, eine endgültige Aussage über die Todesursache sei erst danach möglich. Das Ergebnis der Untersuchung werde in einigen Wochen vorliegen.

    Es gebe Anhaltspunkte dafür, daß die Frau an der seltenen Krankheit gestorben sei, sagte Moser. Ob es sich um die neue Form handele, die in Verbindung mit der Rinderseuche BSE gebracht werde, müsse noch geklärt werden. Vermutungen, daß die Frau längere Zeit in England gelebt habe, könne sie derzeit nicht bestätigen.

    Selbst wenn sich herausstellte, daß die Tote an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gestorben sei, hätte dies keine unmittelbaren Konsequenzen im gesundheitlichen Bereich, sagte Moser. Die Forschungen über eine Übertragbarkeit von BSE auf Menschen könnten jedoch möglicherweise beeinflußt werden. Es bestehe kein Anlaß zur Panikmache.

    Die Familie der 41jährigen hatte sich bisher gegen die Obduktion gewehrt. Das Gesundheitsministerium hätte diese aber auch gegen den Willen der Angehörigen, die die Leiche einäschern wollten, durchsetzen können. Die Frau, die in der Universitätsklinik Kiel behandelt wurde, war am Mittwoch gestorben.

    Zum ersten Mal ist nach Angaben des Ministerums in Schleswig-Holstein möglicherweise eine jüngere Frau von der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung betroffen. Bisher waren in Schleswig-Holstein jährlich ein bis zwei ältere Menschen daran gestorben. Meldepflichtig ist die Krankheit bundesweit seit 1994.

    Bessere Kennzeichnung für Rinder verlangt

    Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn verlangte eine bessere Kennzeichnung für Rinder. "Es kann überall kriminelle Energie geben, die können wir nicht ausschließen, auch bei den Ohrmarken nicht. Deshalb müssen wir uns überlegen: Wie können wir die Kontrollen verbessern", sagte die Grünen-Politikerin am Montag im Berliner Inforadio. Es müsse auch zum Schutz der Verbraucher geklärt werden, ob es Wege der BSE-Infektion gebe, die noch nicht bekannt seien.

    Die Ministerin hielt es für unwahrscheinlich, daß das in Höxter an der Rinderseuche verendete Tier aus Großbritannien importiert wurde. Ihren Unterlagen zufolge sei das Rind eindeutig in Deutschland geboren, meinte Höhn. Graphik: dpa


    Letzte Änderung: 08.04.1997 18:09 von aj