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. . . Gandhis Asche im Ganges

Die Urne war am späten Mittwoch abend nach 19stündiger Zugfahrt vom Bundesstaat Orissa aus durch drei weitere Bundesstaaten nach Allahabad gebracht worden. Sie hatte 49 Jahre lang aus nicht mehr zu klärenden Gründen in einem Banktresor in der Stadt Cuttack in Orissa gelegen.

Nach der Ermordung Mahatma Gandhis am 30. Januar 1948 und seiner anschließenden Verbrennung in Neu Delhi war seine Asche in alle Landesteile zum Einstreuen in die Flüsse entsandt worden. Der für Orissa bestimmte Teil wurde jedoch nur teilweise seiner Bestimmung zugeführt. Der Rest war von einem Regierungsbeamten in einen Tresor der Staatsbank eingeschlossen worden.

Mit Hungerstreik für die Freigabe gekämpft

Mahatma ("Große Seele") Gandhi hat Indien in den vierziger Jahren in einem konsequenten, aber bewußt gewaltkosen Kampf aus der britischen Kolonialherrschaft zur Unabhängigkeit geführt. Sein Programm der Gewaltlosigkeit machte ihn schließlich zum Opfer eines fanatischen Hindu, der ihn während einer seiner öffentlichen Andachten erschoß.

Gandhis Urenkel Tushar hatte seit Januar vergangenen Jahres mit einen Hungerstreik und einer öffentlichen Kampagne für die Freigabe der Asche durch das Oberste Gericht gekämpft. Dieses gestattete ihm schließlich, in Abstimmung mit dem Bundesstaat Orissa und der Staatsbank einen Ort für die Einstreuung der Asche zu wählen. Er wählte die Stelle, an dem traditionsgemäß Millionen von Indern die Asche ihrer Toten den Fluten übergeben.


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:09 von aj