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. . . Pleiten vernichten Millionen Jobs

"Die Pleitewelle macht vor der Landesgrenze nicht halt", sagte Rödl. Am häufigsten stünden mittelständisch geprägte Firmen vor dem Aus. "Auch wenn die Großbetriebe in den einzelnen Ländern Schlagzeilen machen - ihr Anteil am gesamten Insolvenzaufkommen ist nur in Promille zu messen." Der durchschnittliche Pleitebetrieb sei eher klein, noch nicht lange am Markt, ohne ausreichendes Eigenkapital und betriebswirtschaftliche Kenntnisse, meinte Rödl.

Neben Deutschland und Luxemburg gehören nach Angaben des Verbandes Belgien, Frankreich, Griechenland, Österreich und die Schweiz zu den Anheizern der Insolvenzstatistik. Verbessern konnten ihre Konkursbilanzen im letzten Jahr dagegen Dänemark, Finnland, Großbritannien, Irland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Spanien.

215.000 Pleiten im Jahr 2000 erwartet

Nach Ansicht von Creditreform waren 1996 die Wachstrumskräfte nicht ausreichend für einen Umschwung bei den Insolvenzen. Damit die Unternehmenslandschaft an Stabilität gewinne, sei eine zwei vor dem Komma beim Bruttoinlandsprodukt notwendig, sagte Rödl. Nach seinen Worten entwickeln sich Arbeitslosenquote und Insolvenzzahlen in der EU inzwischen parallel. "Im Grunde ist die Insolvenz eines Unternehmens nichts anderes, als die unfreiwillige Kündigung durch den Markt", meinte der Experte. Für das Jahr 2000 rechnet der Verband in Westeuropa mit insgesamt 215.000, in Deutschland mit 42.500 Insolvenzen.

Letzte Änderung: 08.04.1997 18:09 von aj