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Weltwirtschaftsforum in Davos:

Jahr der digitalen Revolution

Davos (dpa) - 1997 wird sich entscheiden, wer zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern der digitalen Revolution gehört. Zur Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos sagte der Gründer und Präsident, Professor Klaus Schwab, am Donnerstag abend: "Die Gewinner im nächsten Jahrhundert sind diejenigen, die sicherstellen, daß die digitale Dimension alles durchdringt, was sie tun: Produkte, Service, Kommunikation, strategische Allianzen. Die Verlierer sind diejenigen, die zu spät aufwachen."

Wie in jedem Jahr haben sich auch zu dem diesjährigen Treffen führende Politiker aus aller Welt angesagt. Am Wochenende werden unter anderem die Schlüsselfiguren im Nahost-Friedensprozeß, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Palästinenserpräsident Jassir Arafat und Ägyptens Präsident Husni Mubarak erwartet. Es zeichnet sich erstmals ein gemeinsames Auftreten der drei Spitzenpolitiker ab. Der russische Ministerpräsident Victor Tschernomyrdin wollte die Teilnehmer am Donnerstag abend über die Wirtschaftslage in Rußland informieren.

"Auf dem Weg zur elektronischen Weltgemeinschaft"

Das Treffen der rund 1000 Spitzenmanager aus aller Welt steht in diesem Jahr unter dem Motto "Auf dem Weg zur elektronischen Weltgemeinschaft". Die Unternehmer, Mitglieder der Stiftung Weltwirtschaftsforum, diskutieren mit Politikern und Experten unter anderem über die Chancen und Risiken der digitalen Vernetzung für die internationale Wirtschaft.

Eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde zeichnete vor Eröffnung des Forums ein relativ rosiges Bild der weltweiten Wirtschaftslage. Als größte Sorge betrachteten die Professoren aus den USA, Japan und Deutschland die Arbeitslosigkeit in Europa. "Europa ist nicht in der Lage, seinen Arbeitsmarkt zu reformieren", sagte Horst Siebert, Präsident des Kieler Weltwirtschaftsinstituts.

Herausforderung Europäische Währungsunion

Eine weitere Herausforderung sei die Europäische Währungsunion. "Zwischen den beiden wichtigsten Industrienationen in Europa, Frankreich und Deutschland, gibt es keinen Konsens über die Essenz der Währungsunion", sagte Siebert. Wenn die Differenzen in diesem Jahr nicht ausgeräumt würden, sei der Erfolg der Währungsunion in Frage gestellt.

Zu den Schwerpunktthemen gehören die Europäische Währungsunion, die Integration Osteuropas in die Europäische Union und die Situation in Rußland und Asien.


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:09 von aj