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Siehe auch:

  • Umstrittene Filmplakate werden in Frankreich abgehängt
  • Die Preise der 47. Internationalen Filmfestspiele Berlin im Überblick

    Goldener Bär für "Larry Flynt"

    Publikumsfavorit der Filmfestspiele in Berlin - Silber für französische Filme

    Berlin (dpa) - Die umstrittene Filmbiographie des US-Porno- Verlegers Larry Flynt hat am Montag bei der Berlinale den Goldenen Bären gewonnen. Die bereits mit dem "Globe" ausgezeichnete Hollywood- Produktion "Larry Flynt - Die nackte Wahrheit" von Regisseur Milos Forman (Foto mit Schauspielerin Courtney Love) war einer der Publikumsfavoriten der 47. Internationalen Filmfestspiele in Berlin.

    Die Entscheidung der internationalen Jury unter Vorsitz von Frankreichs früherem Kulturminister Jack Lang wurde bei der Bekanntgabe mit Beifall quittiert. In den USA war der Streifen über den "Hustler"-Verleger nach dem Protest von Feministinnen gefloppt und hatte am ersten Wochenende nur knapp 20 Millionen Dollar eingespielt. Flynt sei als Held dargestellt und Pornographie verherrlicht worden, urteilten die Kritiker.

    Sonder-Bären für "Genealogien eines Verbrechens"

    Überraschend erkannte das Gremium gleich zwei Silberne Bären französischen Beiträgen zu. Beide Filme waren bei den Zuschauern und der Kritik weitgehend durchgefallen. Ausgezeichnet wurden die Regisseure Eric Heumann für "Port Djema" und Raoul Ruiz, der einen Sonder-Bären für seinen Film "Genealogien eines Verbrechens" erhielt. Auch mit der stillen Geschichte "Der Fluß" (Taiwan) von Tsai Ming- Liang, die den Spezialpreis der Jury erhielt, wurde ein Außenseiter bedacht.

    Leonardo DiCaprio als Romeo

    Als bester Schauspieler spielte sich Leonardo DiCaprio (Foto) als junger Romeo in Baz Luhrmanns moderner Version von "Shakespeare's Romeo und Julia" (USA) in die Herzen der Jury. Juliette Binoche überzeugte mit ihrer Darstellung in Anthony Minghellas Liebesepos "Der englische Patient" und erhielt einen Silbernen Bären. Der für zwölf "Oscars" nominierte und auch in Berlin hochgehandelte Film ging ansonsten aber überraschenderweise leer aus.

    "Feigenblatt" für deutschen Film

    Für seine einfühlsame Filmmusik zu Sören Kragh-Jacobsens "Die Insel auf der Vogelstraße" (Dänemark) wurde Zbigniew Preisner mit dem Silbernen Bären für eine hervorragende Einzelleistung ausgezeichnet. Ein "Feigenblatt" gab es für den einzigen deutschen Film im Wettbewerb: Wolfgang Beckers (Foto mitte) gelungene Berlin-Parabel "Das Leben ist eine Baustelle" mit Jürgen Vogel als pfiffigem Gelegenheitsjobber erhielt lediglich eine "Lobende Erwähnung". Bernd Eichingers deutsche Koproduktion "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" - Billes Augusts Verfilmung von Peter Hoegs Erfolgsroman hatte den Wettbewerb eröffnet - ging leer aus. Den Goldenen Kurzfilm-Bären erhielt Per Carleson (Schweden) für "Neueste Nachrichten". Fotos: AP

    Letzte Änderung: 08.04.1997 18:11 von aj