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Pyramidenbauer haben Steinquader gerollt

London (dpa) - Eines der großen Rätsel um den Bau der ägyptischen Pyramiden will ein britischer Ingenieur gelöst haben. Nach seiner Überzeugung wurden die gewaltigen Steinquader wahrscheinlich in hölzerne Rahmen gepackt und bergauf gerollt.

Wie britische Zeitungen am Freitag berichteten, hat Dick Parry von der Universität Cambridge seine in Japan bereits erprobte Theorie in einem Vortrag erstmals öffentlich vorgestellt.

Die bisherige Theorie, wonach beim Bau der großen Pyramide von Gizeh die 2,3 Millionen Steine mit einem Durchschnittsgewicht von jeweils 2,5 Tonnen mit Schlitten über Rampen in die Höhe gezogen wurden, ist seiner Meinung nach nicht haltbar. Diese Arbeitsweise hätte in der geschätzten Bauzeit von etwa 20 Jahren mehr Arbeitskräfte erfordert als die hölzernen Rampen tragen konnten. "Für die Arbeit war nicht brutale Gewalt erforderlich, sondern eine gut ausgetüftelte technische Lösung", betonte Parry.

Kufen gefunden

In Ägypten gefundene Modelle von Holzkonstruktionen, die auf der einen Seite wie Kufen von Schaukelstühlen gebogen und auf der anderen Seite glatt sind, gaben nach Darstellung der Zeitung "Daily Telegraph" den entscheidenden Hinweis. Vier dieser Rahmen ließen sich um die viereckigen Blöcke zu regelrechten Rädern packen. Zwei Räder um jeweils einen Block machten es dann mit Seilen möglich, auf steilen Rampen die Steine zu bewegen.

16 bis 20 Männer hätten so in vergleichsweiser kurzer Zeit die Quader übereinander stapeln können. Wären die Steine auf Schlitten hochgezogen worden, hätten 60 bis 80 Arbeitskräfte pro Stein wesentlich längere und weniger steile Rampen benötigt. Der Bau hätte auch nicht in der vermuteten Zeit abgeschlossen werden können. Archivfoto: RZ (coloriert)


Letzte Änderung: 08.04.1997 18:13 von jo