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Polizei suchte in unterirdischen Gängen nach Drogenlabor

Ecstasy im Tunnel?

Hannover (dpa) - Auf der Suche nach einem unterirdischen Labor zur Herstellung der Party-Droge Ecstasy haben rund 300 Polizisten am Dienstag in Hannover stundenlang ein ehemaliges Firmengelände durchkämmt.

Bis zum Nachmittag wurde in dem labyrinthartigen Gängesystem unterhalb eines Veranstaltungszentrums mit einer Techno-Discothek jedoch weder das dort vermutete Labor noch Rauschgift entdeckt, berichtete die Polizei. Auch Festnahmen habe es bei dieser "bundesweit einmaligen Aktion" gegen die Verbreitung von Ecstasy nicht gegeben, sagte Polizeisprecher Manfred Pätzold.

Die Suche in den kilometerlangen Tunneln geht weiter

Allerdings sollte die von einer Sonderermittlungsgruppe eingeleitete Aktion voraussichtlich noch bis zum Abend oder auch bis einschließlich Mittwoch dauern, da ein Teil der insgesamt rund drei Kilometer langen unterirdischen Gänge noch abgesucht werden müsse. Wegen der Lagerung von Fässern mit ungeklärtem Inhalt wurden vorsorglich Umweltschutz-Spezialisten der Polizei eingesetzt.

"Es gab in den vergangenen Monaten immer mal wieder Hinweise auf ein Ecstasy-Labor, so daß wir etwas unternehmen mußten", betonte Pätzold. Auf den Verdacht der Ermittler hin habe die Staatsanwaltschaft Hannover schließlich beim Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluß erwirkt. "Die Aktion wurde erschwert, weil keinerlei Bau- und Lagerpläne für das frühere Hanomag-Gelände vorhanden sind, weder in der Stadtbibliothek noch im Staatsarchiv", sagte der Polizeisprecher.

Die Designer-Droge Ecstasy wird in Form von Tabletten und Pulver oder in Kristallform zunehmend bei Techno-Partys konsumiert. Die Techno-Diskothek auf dem früheren Gelände des Fahrzeug-Herstellers Hanomag war ins Gerede gekommen, weil dort im großen Stil Handel mit Ecstasy betrieben worden sein soll. Foto: dpa



Letzte Änderung: 23.04.1997 00:02 von alex