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Russische Raumfahrtexperten diskutieren über die Reparaturarbeiten

"Mir"-Leck noch nicht dicht

Moskau (dpa) - Die derzeitige Besatzung der russischen Raumstation Mir ist nicht in der Lage, das Leck in einem ihrer Bauelemente abzudichten. Für diese Arbeit seien Spezialkenntnisse und -werkzeuge erforderlich, über die die russischen Kosmonauten Wassili Ziblijew und Alexander Lasutkin sowie ihr amerikanischer Kollege Michael Foale nicht verfügten, meldete die Nachrichtenagentur Interfax am Montag unter Berufung auf das Flugleitzentrum bei Moskau.

Die Arbeit könne erst von der nächsten Mir-Crew ausgeführt werden, die nach russischen Angaben Ende August die derzeitige Besatzung ablösen soll. Ihr werden die beiden Russen Anatoli Solowjow und Pawel Winogradow sowie der Franzose Leopold Eyharts angehören. Die Batterien der Station konnten inzwischen wieder vollständig aufgeladen werden.


Der amerikanische Astronaut Michael Foale (Mitte) und die beiden russischen Kosmonauten Alexander Lazutkin und Vasily Tsibliew (r.) bei der ersten Video-Konferenz mit der Erde nach dem Unfall.
Als möglicher Grund für den bisher schwersten Unfall mit der elf Jahre alten Mir wurde eine Überladung des Versorgungsraumschiffs Progress M-34 genannt, das die Mir gerammt hatte. Das Gefährt, das von der Station aus gesteuert werden sollte, hatte am vergangenen Mittwoch ein etwa 2,5 Quadratzentimeter großes Loch in das Spektr- Modul der Station gerissen und vier Sonnensegel lahmgelegt.

Die Progress, die bereits seit längerem an die Mir angedockt war, soll nach Informationen von Interfax um 900 Kilogramm überladen gewesen sein. Sie war nur gelöst worden, um das Andocken für das nächste Versorgungsraumschiff, die Progress M-35, zu trainieren.

Progress M-35 startet am Samstag

Der Start von Progress M-35 zur Mir wurde auf kommenden Samstag festgelegt. Am folgenden Montag soll der Transporter an die Mir andocken. Statt wissenschaftlicher Ausrüstung wird er 300 Kilogramm Treibstoff für die Steuerdüsen der Mir, 250 Liter Wasser, Lebensmittel und Reparaturmaterial enthalten. US-Astronaut Foale, der im abgeschotteten Spektr-Modul seine persönlichen Sachen zurücklassen mußte, hofft auch auf Zahnputz- und Rasierzeug sowie Schuhe und einen Erste-Hilfe-Kasten.

Einer der beiden Russen hat den Auftrag, innnerhalb der Mir in einem Raumanzug die Schäden der Kollision zu inspizieren. Dabei soll er in das Spektr-Modul vordringen, aus dem die Luft nach dem Unfall entwichen und das deshalb von der Mir abgeschottet worden war. Bei dem Einsatz zwischen dem 10. und 14. Juli soll möglichst auch die Energieversorgung zwischen Mir und Spektr durch eine neue Luke wiederhergestellt werden. Fotos: Reuters



Letzte Änderung: 01.07.1997 00:02 von aj