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Schnellster Ironman der Welt

Belgier van Lierde gewinnt "Gipfeltreffen" vor Zäck

Roth (dpa) - Der Belgier Luc van Lierde hat beim "Gipfeltreffen der Eisenmänner" die gesamte Weltelite geschockt. Der 27jährige Hawaii-Sieger gewann am Sonntag den "Ironman-Europe" im fränkischen Roth. Bei glühender Hitze verwies der Weltmeister über die Langdistanz mit Weltbestzeit von 7:50:27 Stunden den Routinier Jürgen Zäck aus Koblenz (7:51:42) nach 3,5 km Schwimmen, 180 km Rad und 42 km Laufen auf Platz zwei und sicherte sich 100.000 Dollar Siegprämie.

Dritter beim schnellsten Ironman in der Triathlon- Geschichte wurde der bisherige Weltrekordmann Lothar Leder aus Darmstadt, der ebenfalls mit 7:56:39 unter seiner Rekordzeit aus dem Vorjahr (7:57:02) blieb. Bei den "Powerfrauen" siegte die US- Amerikanerin Susan Latshaw mit der glänzenden Zeit von 8:59:31 Stunden vor der Dänin Susanne Nielsen (9:17:44). Die Heidelbergerin Katja Schumacher (9:20:27) kam als beste Deutsche auf Rang drei.

"Unglaublich diese Zeit"

"Unglaublich diese Zeit. Nach dem Rückstand von neun Minuten hatte ich nicht mehr an den Sieg geglaubt. Doch es lief einfach grandios bei mir und die phantastischen Zuschauer trieben mich förmlich zur Bestzeit", sagte der Belgier im Ziel. Nach dem harten Dreikampf bei sengender Hitze hatte sogar Petrus ein Einsehen und öffnete zum Zieleinlauf die "Regentore". Am meisten leiden mußte der 26jährige Leder. Erst verlor er seine Weltbestzeit, dann mußte er sofort nach dem Ziel ins Erste-Hilfe-Zelt: Beide Fußsohlen waren blutig und auch sonst war er total am Ende: "Ich habe alles gegeben. Aber Luc van Lierde ist einfach ein Ausnahmeathlet."

Zäck hielt Weltelite zunächst in Schach

Beim größten Triathlon der Welt hielt zunächst Routinier Zäck, der 1989 (Halbdistanz), 1994 und 1995 schon in Roth erfolgreich war, die Weltelite in Schach. Der zuletzt von der jüngeren Garde oft als Opa belächelte 31jährige spulte auf seiner Hausstrecke die insgesamt 226 Kilometer mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks ab. Hinter van Lierde und Leder stieg der in Florida lebende Zäck mit fünf Minuten Rückstand aus dem 20 Grad kalten Kanal "Lände Hilpoltstein". Danach begann die Jagd auf Lierde und Co. Doch Zäck, der als einer der schnellsten Triathleten auf dem Rad gilt, hatte die Spitze bereits bei Kilometer 55 eingeholt. Nach der siebenprozentigen Steigung am Solarer Berg zog er mit Hellriegel auf und davon.

Hellriegel fuhr schnellste Radzeit

Hellriegel fuhr zwar die schnellste Radzeit der gesamten Konkurrenz, doch auf der Laufdistanz war er dann platt. "Das ist einfach Wahnsinn, was der Jürgen Zäck für ein Tempo vorgelegt hatte. Nun bleibe ich schon deutlich unter acht Stunden und gewinne doch nicht", sagte Hellriegel enttäuscht. Auf glühendem Asphalt lief Zäck unter dem Beifall der über 100.000 Zuschauer seinem vierten Sieg entgegen. Doch drei Kilometer vor dem Ziel überholte der Belgier den Deutschen.

Andreas Niedrig auf Platz fünf

Das hervorragende Abschneiden der deutschen Triathleten komplettierte der Dortmunder Andreas Niedrig mit Platz fünf. Der Reutlinger Matthias Klumpp wurde Siebenter, der Darmstädter Jochen Basting Neunter. Mit dem Ludwigsburger Rolf Lautenbacher landeten acht Deutschen unter den ersten Zehn. Bei den Frauen überzeugte nach der verletzungsbedingten Absage der ehemaligen Weltmeisterin Karen Smyers ihre Landsmännin Susan Latshaw. Die bereits 36jährige blieb mit 8:59:31 Stunden als fünfte Frau der Welt unter der Neun-Stunden- Marke.



Letzte Änderung: 14.07.1997 11:38 von aj