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Leserbrief

Lage in der Mir entspannt sich weiter - Ausreichend Energie

(Fast) alles wieder eitel Sonnenschein

Moskau (dpa,AP) - Drei Tage nach der schweren Energiekrise infolge eines Bedienungsfehlers hat sich die Lage in der russischen Raumstation Mir am Sonntag weiter normalisiert. Die Besatzung konnte nach Angaben des Flugleitzentrums jedoch nur acht von zwölf rotierenden Scheiben, welche die Ausrichtung der Mir zur Sonne stabilisieren, wieder in Gang setzen. Die Station werde dennoch auf Position gehalten, die Energieversorgung sei "normal", hieß es.

Die eigentliche Reparatur der beschädigten russischen Raumstation "Mir" wird um mehrere Wochen verschoben. Der komplizierte Ausstieg ins All soll erst von der neuen Besatzung vorgenommen werden, die Anfang August starten soll. Der US-Astronaut Michael Foale, der bei der Mission den gesundheitlich angeschlagenen "Mir"-Kommandanten Wassili Ziblijew ersetzen sollte, äußerte sich am Sonntag enttäuscht über die Entscheidung des Kontrollzentrums. "Er hatte sich auf diese Arbeit gefreut", sagte Cathy Watson, die Vertreterin der Nasa in Moskau.

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  • Die dringende Reparatur der havarierten Mir durch die derzeitige von den Strapazen erschöpfte Crew "wäre jedoch höchst unsinnig", sagte der Flugleiter Wladimir Solowjow im Flugleitzentrum am Samstag. Auch der für den 5. August geplante Start des Franzosen Leopold Eyharts mit der neuen Mission sei unwahrscheinlich. Der Hauptingenieursrat in Moskau soll am Montag morgen endgültig entscheiden, welche Crew die riskante Reparatur des Spektr-Moduls im luftleeren Raum übernimmt. Das Modul war durch eine Kollision mit einem unbemannten Frachtraumschiff vor fast einem Monat schwer beschädigt worden.

    Keine Arbeit für Franzosen Eyhart

    Statt des Franzosen soll das Sojus-Raumschiff mit zwei russischen Kosmonauten Anfang August notwendiges Reparaturmaterial zur Mir bringen. Nur die beiden Russen Anatoli Solowjow und Pawel Winogradow sollten deshalb ins All fliegen und die Reparatur übernehmen. Die Arbeit solle besser die "frische und speziell für die komplizierte Aufgabe trainierte neue Crew" übernehmen, sagte Solowjow. Der Flug Eyharts mache derzeit ohnehin keinen Sinn, weil sich die wissenschaftlichen Experimente der Franzosen im beschädigten Spektr- Modul sowie im Modul Priroda befänden. Diese Module bekämen seit der Havarie nicht mehr genug Energie. Der Flug Eyharts werde aber nicht abgesetzt, sondern nur auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, betonte solowjow. Die neue Mission soll bis Januar kommenden Jahres in der Mir bleiben.

    Ziblijew macht schon wieder Witze

    Die Mir-Crew konnte in der Nacht zum Sonntag statt wie geplant zwei nur eine Rotationsscheibe in Gang setzen. Um die automatische Orientierung der Station zu sichern, reichten aber die derzeit funktionierenden acht Scheiben aus, betonte ein Sprecher. Die dreiköpfige Mannschaft bekam am Sonntag erneut einen Ruhetag. Der an Herzrhythmusstörungen leidende Kommandant Wassili Ziblijew fühle sich besser, sagte der Sprecher. "Er macht schon wieder Witze." Wegen der Gesundheitsprobleme Ziblijews mußte die Reparatur des Spektr-Moduls bereits einmal verschoben werden. Die Ärzte untersagten ihm den Ausstieg in den luftleeren Raum für die komplizierte Arbeit.

    Der Bedienungsfehler eines Besatzungsmitgliedes - nach unbestätigten Berichten des herzkranken Kommandanten Wassili Ziblijew - hatte in der Nacht zum Donnerstag zu einem zeitweisen Stromausfall in der Mir geführt. Dadurch hatte sich das computergesteuerte Stabilisierungssystem abgeschaltet, die Mir trieb aus der Idealposition zur Sonne. Eine akute Energiekrise war die Folge.

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    Letzte Änderung: 21.07.1997 00:02 von to