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Teuerster Transfer der FCK-Geschichte

Rehhagels Wunschkandidat Sforza kommt

Kaiserslautern (sid) Nach monatelangem Poker und einer Hängepartie bis zum Schluß ist die Rückkehr von Ciriaco Sforza zum 1. FC Kaiserslautern seit dem späten Montagnachmittag perfekt. Für den Wunschkandidaten von Trainer Otto Rehhagel muß der FCK die vereinsinterne Rekordablösesumme von rund acht Millionen Mark an den italienischen Erstligisten Inter Mailand überweisen.

Hoffnungsträger Sforza unterschrieb noch am Montag einen Vierjahresvertrag, dotiert mit einem geschätzten Jahresgehalt von rund zwei Millionen Mark netto. Das Gesamtvolumen des aus Lauterer Sicht ersehnten Wechsels soll bei rund 15 Millionen Mark liegen. Der endgültigen Zusage des Kapitäns der Schweizer Nationalmannschaft gingen erneut mehrstündige Verhandlungen voraus. "Ich bin froh, daß die ganze Sache mit diesem Ergebnis vom Tisch ist", sagte der 27jährige. Am Dienstag wird Sforza am Training der "Roten Teufel" teilnehmen, für die er bereits von 1993 bis 1995 spielte.

Der Transfer war nach einem Angebot des FC Everton am Wochenende noch einmal fraglich geworden. Buchstäblich in letzter Minute wurde die neuerliche Lösung ausgehandelt. Bis zuletzt hat Sforza offenbar um sein Gehalt gepokert. Am Montagvormittag war der Ex-Profi von Bayern München schon unterwegs nach Magglingen am Bieler See ins Trainingsquartier von Inter Mailand.

Nachbesserung des Angebots war nötig

Mit einem Anruf auf dem Handy stoppte Berater Martin Wiesner seinen Klienten auf der Autobahn und delegierte ihn Richtung Kaiserslautern, wo er am Nachmittag eintraf. Zusammen mit Lauterns Manager Hans-Peter Briegel wurde zuvor offenbar die finanzielle Zukunft zu Sforzas Zufriedenheit geklärt. Eine Nachbesserung des Lauterer Angebotes war wohl notwendig, da Sforzas angebliche Forderung nach einer Abfindung von Inter Mailand abgelehnt wurde. Per Fax wurde schließlich der bis 30. Juni 1999 gültige Vertrag mit Inter aufgelöst.

Zwischenzeitlich hatte das Ringen um die Rückkehr des "verlorenen Sohnes" zu neuerlichen Verstimmungen zwischen Briegel und der FCK-Vereinsführung geführt. Der sportliche Leiter war sauer, daß Trainer Rehhagel und Präsident Hubert Keßler Details des Wechsels am vergangenen Donnerstag bekanntgegeben hatten, als "noch nichts unterschrieben war" (Briegel). Rehhagel hatte erklärt, daß er mit Sforza schon zu Weihnachten einig gewesen sei.

Versöhnung mit den Fans?

Manager Briegel hatte bei seiner Kritik Rückendeckung von Jürgen Friedrich erhalten. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates muß sich derzeit selbst gegen den Vorwurf der "Vetternwirtschaft" erwehren. Das Geschäft mit Fanartikeln der Firma des Friedrich-Sohnes Patrick wird nun von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer untersucht. Unabhängig von etwaigen finanziellen Gelüsten ist für Sforza, der von seinem alten Arbeitgeber ein Woche länger Urlaub bekommen hatte, der Wechsel nach seinem verheilten Haarriß im Schienbein ein sportlicher Neuanfang. Unter dem neuen Inter-Trainer Luigi Simoni waren seine Aussichten auf einen Stammplatz eher gering. Rehhagel hingegen schwört seit der gemeinsamen Zeit beim deutschen Rekordmeister Bayern München in der Saison 1994/95 auf den technisch versierten Mittelfeldspieler.

"Ciri" erhält diesesmal von seinem Coach die offensive Lieblingsposition hinter den beiden Spitzen Pavel Kuka und Olaf Marschall. In München mußte Sforza unter Rehhagel noch die defensivere und von ihm ungeliebte Rolle des "Quarterbacks" hinter den Offensivleuten spielen. In München und Mailand war Sforza ein Star unter vielen. In Kaiserslautern soll er der Kopf der Mannschaft werden. Der Schweizer mit italienischem Paß muß zeigen, daß er die hohen Erwartungen erfüllen kann. Zudem muß Sforza die Fans versöhnen, die ihm 1995 den Wechsel zu den Bayern übelgenommen hatten. Mark Mittasch; Foto: AP

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Letzte Änderung: 23.07.1997 00:02 von jp