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  • Stichwort: Nematoden in Fischen

    "Monitor":

    Wieder Würmer in Fischen

    Testkäufe untersucht: Jede zweite bis dritte Probe befallen

    Köln (AP) - Viele in Deutschland verkauften Speisefische sind zur Zeit wieder mit Wurmlarven, den sogenannten Nematoden, befallen. Sie können bei Menschen zu Entzündungen, Koliken, Fieber ja sogar Darmverschluß führen, wenn der Fisch nicht ausreichend gegart wird, wie das Fernsehmagazin Monitor am Mittwoch in Köln warnte. Das Magazin hatte in sieben deutschen Städten im freien Handel Fisch gekauft und auf Wurmlarvenbefall untersuchen lassen.

    Von den in Bremerhaven, Cuxhaven und Hamburg untersuchten Fischen - Hering, Rotbarsch, Seelachs und Kabeljau - war nach der Untersuchung des Instituts für Lebensmittel und Umweltforschung in Ahrensburg jeder zweite mit Nematoden belastet. Bei einer zweiten Testreihe mit Fischen, die in Köln, Düsseldorf, Wuppertal und Essen gekauft wurden, war Untersuchungen des Kölner Katalyse-Instituts zufolge jede dritte Probe befallen.

    Ausreichend garen

    Wenn die Fische nicht ausreichend gegart werden, können die Nematoden den Kochvorgang überleben und für den Verbraucher gefährliche gesundheitliche Folgen haben. "Diese Nematoden bohren sich dann in die Magen- und Darmwand ein. Es kommt zu entsprechenden Entzündungen, Koliken, Fieber. Es kann bis zum Darmverschluß gehen, und dann wird es natürlich richtig gefährlich", warnte der Biologe Andreas Möck vom Ahrensburger Institut gegenüber Monitor.

    Das ARD-Fernsehmagazin hatte schon vor zehn Jahren auf den Nematoden-Befall von Fischprodukten hingewiesen und damit große Aufmerksamkeit bei den Verbrauchern ausgelöst. Als Folge wurden sowohl auf bundesdeutscher als auch auf EU-Ebene neue Fischhygiene-Verordnungen erlassen, Fischkontrollen erweitert und verschärft.

    Verstoß gegen die Fischhygiene-Verordnung

    Offenbar würden diese Maßnahmen heute aber nur noch unzureichend eingehalten, urteilte Monitor. So habe das Magazin bei einem Besuch in einem der größten Frischfisch verarbeitenden Betriebe Deutschlands in Bremerhaven die gesetzlich vorgeschriebenen Stichproben auf Nematodenbefall nicht feststellen können. Außerdem würden in vielen Fischgeschäften nicht ausgenommene grüne Heringe verkauft - ein eindeutiger Verstoß gegen die Fischhygiene-Verordnung. Gerade in diesen Heringen fänden sich besonders viele der gefährlichen und ekelerregenden Wurmlarven.

    Der Geschäftsführer des Bundesmarktverbandes der Fischwirtschaft, Folkert Marr, bestätigte gegenüber Monitor: "Es ist sicherlich bei vielen Betrieben eine Laxheit eingetreten." Hier müsse wieder mehr getan werden.

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    Letzte Änderung: 14.08.1997 00:02 von aj