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Leserbrief

Deutschland-Achter zieht ins WM-Finale ein

Sieg im Hoffnungslauf

Aiguebelette/Frankreich (dpa) - Der Deutschland-Achter hat bei der Weltmeisterschaft das drohende Aus abgewendet und zur Form vergangener Tage zurückgefunden. Das favorisierte Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) qualifizierte sich am Mittwoch in Frankreich im Hoffnungslauf doch noch für das Finale. Dank einer starken Vorstellung gab die Mannschaft von DRV-Cheftrainer Ralf Holtmeyer der Konkurrenz aus den USA mit einer Luftkastenlänge das Nachsehen und verwies die Teams aus Kanada und Weißrußland auf die nächsten Plätze. Damit rehabilitierten sich die Deutschen eindrucksvoll für den schwachen Auftritt im Vorlauf. "Heute haben wir das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Jetzt ist im Finale am Sonntag alles offen", jubelte Holtmeyer.

Nach einer Aussprache am Abend vor dem Rennen, bei dem nicht nur Holtmeyer deutliche Worte fand, zeigte sich das im Vorfeld verunsicherte DRV-Team stark formverbessert. Vor allem Achter-Recke Uli Viefers hatte bei der Besprechung an alte Tugenden erinnnert: "Sich zurücklehnen und zu denken, es reicht im Deutschland-Achter zu sitzen, ist nicht genug. Der Wille zu siegen, war nicht da", kritisierte der Essener den Auftritt bei der Vorlaufschlappe gegen Australien.

Der Appell verfehlte seine Wirkung nicht: Die Crew, die nach bisher fünf Saisonsiegen als WM-Favorit auf dem Lac d'Aiguebelette gehandelt wird, kontrollierte das Rennen souverän, führte bereits nach 500 Metern mit einer Bootslänge das Feld an und bewies damit einmal mehr Nervenstärke. Zum wiederholten Mal ließ eine deutsche Mannschaft dem verpatztem Vorlauf ein gutes Rennen folgen. "Das war eine Spur aggressiver als am Montag und ein großer Schritt nach vorn ", lobte Schlagmann Ike Landvoigt." Holtmeyer pflichtete bei: "Da sind Wettkampftypen im Boot, die können sich steigern."

Erfolgreiche Bilanz

Neben dem Achter-Team fanden auch andere DRV-Athleten in den Hoffnungsläufen zurück in die Erfolgsspur und besserten die deutsche Gesamtbilanz auf. Bis auf den ungesteuerten Männer-Zweier, der am Dienstag um 4/100 Sekunden scheiterte, ist der DRV in den restlichen 13 olympischen Klassen noch mit allen Booten dabei: Neun stehen im Semifinale, vier bereits im Finale. Mit Siegen am Mittwoch trugen der leichte ungesteuerte Vierer sowie der Doppelvierer der Männer zum guten Abschneiden der Deutschen bei. Dem Frauen-Achter reichte der vierte Rang.

Nicht minder erfolgreich fällt die Bilanz in den nichtolympischen Bootsklassen aus. Von neun gestarteten deutschen Booten schied bisher nur der Männer-Vierer mit Steuermann aus. Am ersten Halbfinal-Tag am (morgigen) Donnerstag steht vor allem der Magdeburger Andre Willms im Rampenlicht, der sich mit einem überraschenden Sieg im Vorlauf in den Favoritenkreis zurückkämpfte. Heinz Büse; Foto: dpa

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Letzte Änderung: 04.09.1997 00:02 von jp