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Leserbrief

32. Saison der Basketball-Bundesliga

"Albatrosse" schweben über der Konkurrenz

Rekordetat: 35,3 Millionen Mark - Ruhr Devils sorgen für Furore

Neuss (sid) Die Berliner "Albatrosse" schweben hoch über der Konkurrenz. Der Titel des deutschen Basketball-Meisters scheint nach den Tips der 14 Bundesliga-Trainer schon vor dem Startschuß der 32. Saison am kommenden Freitag vergeben zu sein. "Alba ist die Mannschaft mit der größten Substanz und Erfahrung, gespickt mit Spielerpersönlichkeiten. Der Rest der Liga kann allenfalls versuchen, Berlin zu ärgern", sagt Otto Reintjes, Manager des Rekordtitelträgers und Erzrivalen TSV Bayer 04 Leverkusen.

Für Meister und Pokalsieger Alba ist die Bundesliga lediglich Sparring für internationale Auftritte. "Wir wollen den Erfolg der letzten Saison wiederholen und erneut in die Play-offs der Europaliga einziehen. Das ist nach der NBA das Beste, was der Basketball zu bieten hat", erklärt Berlins Manager Marco Baldi. Dem steigenden Boom in der Hauptstadt hat der Klub mit einer starken Mannschaft, verbesserter Infrastruktur und einem Etat von rund acht Millionen Mark Rechnung getragen. Das entspricht fast 25 Prozent des Budgets der gesamten Liga (35,3 Millionen).

Pesic: "Gute Mischung aus Jungen und Alten"

Spektakulärste Zugänge sind Nationalcenter Christian Welp (Olympiakos Piräus) und der Russe Wassili Karassew. Coach Svetislav Pesic: "Wir haben eine gute Mischung aus jungen und alten Spielern gefunden." Der Coach spürt die Erwartungen der Fans, die sich nicht zuletzt in 3.500 verkauften Dauerkarten für die Europaliga (Bundesliga: 2.500) ausdrücken.

Auch die Pleite der Nationalmannschaft bei der EM im Juni in Barcelona (Platz zwölf) konnte das Interesse der Fans nicht schmälern. Die Verantwortlichen fordern mittlerweile sogar größere Arenen. Nach Berlin, das in der vergangenen Saison in die 8.500 Zuschauer fassende Max-Schmeling-Halle umzog, sind beim SSV Ulm, TVG Trier und Rhöndorfer TV konkret Neubauten mit einer Kapazität bis zu 6.000 Plätzen in Planung. Den größten Sprung machte der TuS Herten, der nun unter Ruhr Devils formiert und in die 10.000 Besucher fassende Centro-Halle nach Oberhausen umzieht. Ein mutiger Schritt mit einer attraktiven Mannschaft und einer aggressiven Vermarktung. Als populärste Verstärkungen kamen Nationalspieler Stephan Baeck von PAOK Saloniki und der Amerikaner Bill McCaffrey.

Freiburg und Bayreuth kämpfen ums Überleben

Die Ruhr Devils hoffen auf große Kulisse und haben - wie fast alle übrigen Klubs - den Einzug in die Play-offs als Mindestziel ausgegeben. Für Basket Bayreuth dagegen geht es nach dem Rückzug von Sponsor Steiner-Optik und abgewendetem Konkurs zunächst ums nackte Überleben. Kleinere Brötchen backt auch Neuling USC Freiburg mit dem längsten Spieler, dem 2,22 Meter großen Center Oliver Narr. Im Breisgau zählt vorerst nur der Klassenerhalt, der mit einem Ausländer im Team gesichert werden soll. Generell ist der Strom der "Gastarbeiter" etwas versiegt. Insgesamt gehen in der neuen Saison 43 Spieler (vorige Saison: 47) mit fremden Pässen auf Korbjagd. Neben 21 Amerikanern, jeweils einem Russen, Kroaten und Jugoslawen kommen die EU-Ausländer unter anderem aus Finnland, (4), England (4), Portugal (2), Griechenland (2), aber auch aus Dänemark, Island oder Irland. Von den 14 Coaches sind sechs aus den USA und drei aus Jugoslawien.

Mit altem Trainer, neuer Motivation und neuem Team (neun Zugänge) startet Leverkusen zur Jagd auf Berlin. Nach dem Rückschlag durch das Bosman-Urteil planen die "Riesen vom Rhein" den Neuaufbau eines jungen Teams, dem derzeit jüngsten der Liga (22 Jahre im Schnitt). Ein neuer Coach, der ehemalige Hagener Peter Krüsmann, soll den SSV ratiopharm Ulm nach einer verkorksten Saison wieder in die Spitze zurückführen und Investoren locken. Beim SSV liegen Zukunftspläne für eine Umwandlung der Basketball-Abteilung in eine Aktiengesellschaft bereits in der Schublade. Günter Bork

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Letzte Änderung: 04.09.1997 00:02 von jp